
GUILDFORD. Hamburger und Pommes frites, Fischstäbchen und Hähnchen-Nuggets - in vielen Ganztagsschulen, die Mittagessen servieren, steht regelmäßig Fast Food auf dem Speiseplan. Schließlich ist das Fabrikessen billig und bei den Schülern beliebt.
Dem britischen Starkoch Jamie Oliver treibt dies die Zornesröte ins Gesicht. Seit Jahren kämpft er für eine gesündere und frischere Ernährung von Schulkindern. Schamgrenzen kennt Oliver dabei nicht. Er verkleidet sich schon mal als lebensgroße Erbsenschote, um Aufmerksamkeit für seine Ideen zu erzeugen.
Modellversuch in 81 Schulen
Vor fünf Jahren startete Oliver im Londoner Stadtteil Greenwich einen Modellversuch: 81 Grundschulen strichen Fertiggerichte von ihrem Speiseplan und kochten fortan nach den Rezepten von Oliver - fettarm, mit vielen frischen Zutaten und ohne Fertiggerichte. Statt Fischstäbchen gibt es "sahnigen Kokosnuss-Fisch", statt Hamburgern selbst gemachtes Chili con Carne, statt Milchshakes Obstsalat. Die Kosten pro Mahlzeit sind nur wenig gestiegen.
Zwei britische Ökonomen haben die Folgen dieses Modellversuchs untersucht und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen: Das bessere Essen hat die Kinder nicht nur gesünder, sondern auch leistungsfähiger gemacht, lautet das Ergebnis der Studie mit dem Titel "Healthy School Meals and Educational Outcomes". In den Schulen, die Junk-Food verbannten, sank nicht nur der Krankenstand erheblich. Zugleich schnitten die Kinder bei landesweit standardisierten Leistungstests in den Fächern Englisch, Mathematik und Naturwissenschaft spürbar besser ab.
"Die von uns gemessenen Effekte sind vor allem deshalb besonders bemerkenswert, weil sie nur die direkten und kurzfristigen Effekte einer besseren Ernährung von Kindern erfassen", schreiben die Forscher Michèle Belot (University of Oxford) und Jonathan James (University of Essex) in ihrer Studie, die sie jetzt auf der Jahrestagung der Royal Economic Society vorstellten. Die indirekten, längerfristigen positiven Effekte seien wahrscheinlich noch größer.