Was ist der Grund dafür, dass der Markt so schwankungsanfällig ist? Dieser Frage sind zwei Volkswirte des Münchener Ifo-Instituts in einer empirischen Studie jetzt auf den Grund gegangen. Die Wissenschaftler Marc Gronwald und Janina Ketterer kommen zu einem beunruhigenden Fazit: Mit fundamentalen Faktoren alleine lassen sich die gewaltigen Ausschläge nach oben und unten nicht erklären. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass der Markt bislang nicht effizient funktioniert und nicht die richtigen Preissignale liefert.
Bis zu 60 Prozent der gesamten Kursentwicklung gehen auf einmalige, plötzliche und extreme Veränderungen zurück, zeigen die Ergebnisse der Forscher. Auf anderen, etablierten Märkten haben solche Sprünge weit weniger Bedeutung. Auf dem Ölmarkt lassen sich zum Beispiel nur 30 Prozent der Kursentwicklung seit 1998 durch einzelne Extrembewegungen erklären - ähnlich sieht es auch bei traditionellen Aktienbörsen aus.
Zumindest zum Teil ist die übermäßige Volatilität des CO2 -Zertifikatemarkts hausgemacht, zeigt die Studie. Politische Entscheidungen können einige der massiven Ausschläge erklären. Die Einigung der EU-Staaten auf verbindliche Klimaschutzziele 2008 beflügelte den CO2 -Preis zum Beispiel deutlich. Als aber der Europäische Gerichtshof 2009 urteilte, dass Estland und Polen mehr Zertifikate zustehen, sackte der Preis umgekehrt schlagartig ab.
Die Aufsichtsbehörden sollten die Preisausschläge und das Preisniveau nicht länger ignorieren, fordern die beiden Forscher. Vorbild dabei könnten die Zentralbanken sein - die versuchen schließlich, die Inflation niedrig und stabil zu halten.
Download der gesamten Studie:www.handelsblatt.com/link

Hans-Werner Sinn weist zu recht darauf hin, daß der Emissionshandel nicht funktionieren kann, weil in Deutschland mit dem EEG ein völlig konträres System implementiert wurde. Dieses sorgt dafür, daß hier mit hohen Subventionen CO²-Erzeugung vermieden wird. Dies wiederum führt zu einer Verbilligung der Zertifikate, so daß sich in anderen EU-Ländern Vermeidung nicht rechnet.

Emissionshandel funktioniert dann, wenn es zu einem (ungewolltem) Produkt alternative Produkte gibt, die bei der Erzeugung von Gütern und Diensten über andere Produktionswege das ungewollte Produkt ersetzen können.
Bei CO2 funktioniert das Ganze nicht, weil jede beliebige Verbrennung dieses Gasmolekül erzeugt - außer atomare Spaltung. Nun bliebe noch der Weg, entweder bei den Produktionsverfahren weniger CO2 zu erzeugen (also neue Techniken), oder das Gas gleich wieder in eine harmlosere Molekülkette zu verbinden bzw. irgendwie dauerhaft zu binden. Auch das ist technisch schwer darstellbar.
Ökonomisch funktioniert ein Markt dann, wenn gleitende Bewegungen von Mengen über Preise zu anderen Preisen führen. Bei CO2 scheitert dies an den technischen Möglichkeiten.
Trittin hat das damals leider nicht begriffen. Aber was soll man auch schon von Ideologen ohne ahnung von Wirtschaft und Technik erwarten.
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