Wissenswert: Wie ein Fed-Chef mit Zinssenkungen die Krise ermöglichte

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Wie ein Fed-Chef mit Zinssenkungen die Krise ermöglichte

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan hatte gegen Finanzkrisen ein sicheres Mittel: Zinssenkungen. Ökonomen behaupten, mit seinem Verhalten habe Greenspan Banken dazu verleitet, übermäßige Risiken einzugehen.
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LondonMit dem „Schwarzen Montag" von 1987 hat alles angefangen. Um 22 Prozent brachen die Aktienkurse am 19. Oktober 1987 an der Wall Street ein. Einen Tag später senkte der damalige US-Notenbank-Chef Alan Greenspan außerplanmäßig die Leitzinsen kräftig, von 7,5 auf sieben Prozent.

Mit dieser Zinssenkung, sind viele Ökonomen überzeugt, verhinderte Greenspan Schlimmeres. Nach der Beinahe-Pleite des Hedge-Fonds LTCM griff der Präsident der Federal Reserve Bank zur gleichen Medizin; nach dem Platzen der New-Economy-Blase und während des Irak-Kriegs ebenfalls.

Investoren begannen, die US-Notenbank als eine Art Versicherung gegen Kurseinbrüche auf den Finanzmärkten zu betrachten. Für die Neigung der Fed, auf stark fallende Kurse mit drastischen Zinssenkungen zu reagieren, schufen sie den Begriff „Greenspan Put". Ein Put ist eine Verkaufsoption, mit der man sich gegen Kursstürze absichert.

Indirekt ist diese Geldpolitik mitverantwortlich dafür, dass die US-Wirtschaft in die tiefste Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Großen Depression gefallen ist - diese These stellen die beiden Chicagoer Ökonomie-Professoren Douglas Diamond und Raghuram Rajan in einer neuen Studie auf.

Alan Greenspan habe mit seinem Vorgehen die Banken dazu animiert, übermäßige Risiken einzugehen, argumentieren die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des „Journal of Political Economy", einer der renommiertesten ökonomischen Fachzeitschriften. Diamond und Rajan untermauern ihre These mit einem theoretischen Modell, in dem sie den „Greenspan-Put" simulieren.

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Banken passen sich an Verhalten der Notenbank an

Kommentare zu " Wissenswert: Wie ein Fed-Chef mit Zinssenkungen die Krise ermöglichte"

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  • Fakten, Fakten Dakten

    http://theeconomiccollapseblog.com/

  • Die wahren Zahlen

    http://theeconomiccollapseblog.com/



    http://theeconomiccollapseblog.com/archives/unsustainable

  • "...die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker..."

    Ich hab es mir noch nicht angesehen, aber vorab: Die POLITIKER sind TÄTER nicht Opfer.

    Die EUdSSR kommt mit großen Schritten und eine Frau Merkel geht ihr mit noch größeren Schritten entgegen.

  • ...das Geld war aber nur kurz "unten". Das Endergebnis waren weitere Schuldsklaven.

    Die Leistungsgesellschaft mag besser sein als die Besitzgesellschaft. Gleichwohl erfordern humanistische Werte einen Milderung des Leistungsprinzis.

  • "Ownership economics" - oder die investitionsgetriebene Sicht auf den Wirtschaftskreislauf aus Unternehmerperspektive:

    ... branchenweite Investitionen --> Produktivitätszuwachs --> Überproduktion --> Unternehmensinsolvenzen --> Bankenkrise durch uneinbringliche Forderungen.

    Problem der "Überproduktion".
    Als wäre es tatsächlich das Problem, daß zuviel produziert wird...

    Nein: das Problem ist, daß nicht genug Nachfrage finanziert wird!

    Und die Ursache ist auch klar: die Ungleichverteilung.

    Den tatsächlichen Unternehmern unter den Eigentümern ist dies durchaus bewusst - aber dem Gros der Eigentümerkaste ist das sowas von wurscht ....

  • Diese fuer das HB offenbar ueberraschende Erkenntnis ist lange gesichertes Wissen der bislang vom HB nicht zur Kenntnis genommenenen Eigentumsoekonomik (Ownership economics) von Gunnar Heinsohn und Otto Steiger. Aber es gilt ja nichts der Denker im eigenen Land, erst muessen amerikanische Journale ran. Darum hier gerne der entscheidende Hinweis:
    http://www.malik-management.com/pdfs/m.o.m./mom_09_04_warum_weltfinanzkrise.pdf
    Im Uebrigen erscheint demnaechst das opus magnum der Eigentumsoekonomik auf Englisch:
    http://www.amazon.de/properties-Fremdsprachige-B%C3%BCcher-Demn%C3%A4chst-Gunnar-Heinsohn/s?ie=UTF8&keywords=Properties&page=1&rh=n%3A52044011%2Ck%3AProperties%2Cp_lbr_books_authors_browse-bin%3AGunnar%20Heinsohn%2Cp_n_publication_date%3A183074031
    Vielleidcht wird ja dann ueber den Umweg der Rezeption aus dem Anglöraum das HB darauf aufmerksam?!
    Frank-C. Hansel, Berlin

  • Vielleicht eine interessante Sendung am Sonntag um 11:05 Uhr
    WDR 5:"Der ökonomische Putsch -
    oder: Was hinter den Finanzkrisen steckt
    Gezielte Spekulationsattacken auf ganze Volkswirtschaften, Finanzagenturen, die Regierungen in die Knie zwingen, und ohnmächtige Politiker, die gebetsmühlenartig wiederholen, es gäbe keine Alternative: Europa befindet sich im Wirtschaftskrieg. Wie entstand dieses unumstößlich scheinende System?"
    http://www.wdr5.de/sendungen/dok-5/s/d/26.08.2012-11.05/b/der-oekonomische-putsch.html

  • Man hat aus der Krise gelernt. Die FED und die EZB haben die Zinsen (fast) abgeschafft und drucken endlos Gratisgeld. Die neue Krise soll schliesslich alle bisherigen Krisen in den Schatten stellen.

  • er ermöglichte nicht die "Krise", er ermöglichte die Umverteilung.
    Umverteilung mittels Kredit - auch ohne Sicherheiten.

    Erst dadurch kam das Geld nach "unten" und konnte durch die so generierte Nachfrage den Wirtschaftskreislauf weiter in Gang halten.

    Im Grunde war es genau diese Nachfrage, welche erst den Aufstieg der BRICs u.a. Schwellenländer in diesem Eiltempo ermöglichen konnte...

    Natürlich: es kann so nicht nachhaltig funktionieren.

    Umverteilung auf Pump endet in der Überschuldung.

    Kapitalismus ohne Umverteilung in der Rezession, da die Mittelschicht massivst ausgedünnt wird und die Nachfrage ebenso massivst schwindet.

    ... dieser Weg ist nur in einer Plutokratie machbar - und die dahinterstehenden Kräfte unternehmen gerade den Versuch, ihn zu gehen.

    ... in vielen "Demokratien" haben die Wähler keine Wahl mehr über den Weg - sondern nur noch über die Farbe.

    Den Weg zu ändern heißt: die Eigentumsverhältnisse aufzubrechen und dadurch von einer Eigentumsgesellschaft hin zu einer Leistungsgesellschaft zu gelangen.

  • Das klingt ungefähr so, wie wenn eine Frau mit kurzem Rock und tiefem Ausschnitt selber Schuld ist, wenn sie vegewaltigt wird.

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