US-Präsident plant den Ruhestand
Obama sollte nicht Bill Clintons Fehler machen

Im Januar 2017 zieht Barack Obama aus dem Weißen Haus aus. Aber als US-Präsident beginnt man besser rechtzeitig damit, an die Zeit danach zu denken. Obama tut das mit der ihm eigenen Disziplin. Und er hat schon Pläne.
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WashingtonNach 16 Tagen Urlaub auf Martha's Vineyard nimmt Barack Obama offiziell die Arbeit wieder auf. Öffentlich macht das Weiße Haus natürlich nicht wirklich zum Thema, was der vollbeschäftigte US-Präsident nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit im Januar 2017 zu tun gedenkt. Aber während sich die Republikaner im Vorwahlkampf nach Kräften mit einem bärenstarken Donald Trump abmühen, werden erste, entspannte Umrisse von Obamas Zeit danach sichtbar. Wenn er 2017 geht, ist er 56 – zwar ergraut, aber doch ein ziemlich junger Ex-Präsident. So gerne (und passabel) er Golf spielt – das alleine wird nicht reichen.

„Was Obama sicher will, ist seinen Job zu Ende zu bringen. Und zwar komplett.“ So zitiert die „New York Times“ eine der engsten Vertrauten im Weißen Haus, Valerie Jarrett. Der Mann bereite sich auf die Zeit als Ehemaliger mit der exakt gleichen Akribie und Disziplin vor, mit der er 2008 ins Amt gekommen sei. Zu seiner Vorbereitung gehören dem Vernehmen nach regelmäßige, ausgedehnte Dinner, bei denen sich Obama von hochkarätigen Gästen wie etwa Toni Morrison, Eva Longoria oder Malcolm Gladwell, der First Lady und Topberatern Input holt für die „postpräsidentielle Infrastruktur“. Angeblich hilft auch Steven Spielberg dem Präsidenten dabei, für dessen Zeit danach so etwas wie eine Geschichte zu entwickeln, eine Art erzählerischen Überbau.

Für eine Reform des Strafvollzugs könne Obama sich einsetzen, dafür spreche sein jüngster Besuch eines Gefängnisses. Außerdem, siehe seine historische Rede bei einer Trauerfeier in Charleston, um die Gleichheit von Schwarzen und Weißen. Klimaschutz, das Gesundheitssystem, Einkommensgerechtigkeit – all dies könnte weiter integraler Bestandteil von Obamas Leben bleiben. Ebenso auf der Liste potenzieller Themenfelder: Kuba, Iran, Russland, Irak.

Die neue Zeit zu gestalten, wird allerdings nicht ganz billig. Im Kern geht es vor allem um zwei Projekte: um eine Bibliothek und um eine Stiftung. Nötig seien dafür, zitiert die „New York Times“ Obamas Berater, Spendenmittel in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar. Obama solle sich ja hüten, den gleichen Fehler zu machen wie Vorgänger Bill Clinton. Der habe als Präsident einfach zu wenig Geld für die Zeit nach dem Ausscheiden akquiriert, so dass er jetzt gezwungen sei, Jahr für Jahr neue Spenden für seine Bibliothek in Little Rock/Arkansas einzusammeln.

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„Ich werde irgendwo am Strand sein“

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