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18.01.2008 
Republikaner auf Kandidatensuche

„South Carolina loves Johnny Mac“

von Georg Watzlawek

Wer Mike Huckabee gehört hat, für den klingt John McCain wie eine Erlösung. Endlich ein Republikaner, der weiß wovon er spricht, wenn er Washingtons Politik vom Kopf auf die Füße stellen will. Doch in der Partei stehen längst nicht alle hinter dem Vietnam-Veteranen. Eine Schmutzkampagne ließ so nicht lange auf sich warten.

Will in South Carolina seinen zweiten Vorwahl-Sieg erringen: Republikaner John McCain. Foto: apLupe

Will in South Carolina seinen zweiten Vorwahl-Sieg erringen: Republikaner John McCain. Foto: ap

COLUMBIA. Vor der Wahl in South Carolina am Samstag präsentiert sich der liberale Senator John McCain als integrer und charakterstarker Politiker, mit dem alle drei Flügel der Partei leben können. Die Botschaft wirkt, zumindestens bei den Leuten, die an diesem regnerischen Tag zu McCains Hauptquartier in Columbia gekommen sind und liebevoll gemalte Plakate hochhalten: „South Carolina loves Johnny Mac“.

Der Kandidat ist noch gar nicht erschienen, aber die Stimmung ist gut. Ein Vertreter der Lokalprominenz nach dem anderen tritt ans Mikrofon und lobt den Kandidaten. Einige gegen freimütig zu, beim letzten Mal noch für George W. Bush gekämpft zu haben, andere haben sich erst vor zwei Wochen entscheiden können. Doch jetzt haben die Senatoren, Abgeordneten, der Sheriff und der Staatsanwalt keinen Zweifel mehr: John McCain ist der Mann, der die Republikaner und Amerika retten kann.

Haywood Hudson, Vietnam-Veteran wie McCain bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen in Washington wieder jemanden, zu dem wir aufschauen können. Ich habe nicht immer in allen Fragen mit ihm übereingestimmt, aber ich habe immer gewusst, wofür er steht. Er hat Rückgrat, er ist ein echter amerikanischer Held und wird ein guter Commander in Chief sein.“

Dann ertönt Musik, „Johnny B. Goode“ von Chuck Berry und plötzlich ist McCain da, flankiert von seiner sehr blonden Frau Cindy und seiner Tochter Maughan. Er ist blasser als alle anderen auf der Bühne, man sieht ihm seine 71 Jahre deutlich an. Sein Lächeln scheint bei den Pointen nur sehr kurz auf, aber seine Augen blitzen. Nun sind die Politiker aus seiner Entourage dran, die ihn im "Straight Talk Express" quer durch das Land begleiten

.

Auch sie Senatoren und Abgeordnete aus Washington, die für eine unabhängige Politik bekannt sind und McCains Charakterstärke loben. Er kenne die Welt - und die Welt kennt John. Er habe seine eigenen Söhne im Einsatz in Afghanistan bzw. Irak und wisse, wie wichtig das Militär für das Land ist; er schaut nicht auf die Umfragen sondern auf die Menschen und spricht die Wahrheit aus. Das richtet sich an die Militärangehörigen, die in South Carolina besonders stark vertreten sind.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Familien-Mensch

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