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24.09.2007 
Handelsblatt Ranking Volkswirtschaftslehre (VWL)

Zur Interpretation des Handelsblatt-Rankings

von Olaf Storbeck und Norbert Häring

Ein Jahr nach seiner Einführung wird das VWL-Ranking des Handelsblatts innerhalb der Profession sehr stark beachtet. Viele positive Reaktionen bestätigen das Handelsblatt, sein Engagement bei der Evaluation ökonomischer Forschung fortzusetzen. Aber die Nutzer des Rankings sollten sich auch über die Grenzen der Studie bewusst sein.

Exakt 1 168 Einzelforscher und 10 421 Aufsätze – die Datenbank, die Grundlage für das Handelsblatt-Ökonomenranking ist, hat eine beachtliche Größe erreicht.

Seit ihrer ersten Veröffentlichung vor einem Jahr wird die Handelsblatt-Studie in der ökonomischen Profession stark beachtet und ist weithin akzeptiert. „Das Ranking wurde innerhalb kürzester Zeit zum Fokalpunkt unter deutschsprachigen Ökonomen“, so Martin Kolmar, Professor an der Universität St. Gallen.


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Bei Berufungsentscheidungen spielen die „Handelsblatt-Punkte“ der Bewerber inzwischen eine Rolle. Die VWL-Fakultät in Hannover orientiert sich bei ihrer internen Leistungsevaluation am Handelsblatt-Ranking; die Mannheimer Volkswirte diskutieren, es zur Grundlage für leistungsorientierte Zuschläge zu machen. Ausländische Volkswirte geben bei Bewerbungen immer häufiger ihre Handelsblatt-Punktzahl an, berichten Professoren.

Friedrich Schneider, Präsident des Vereins für Socialpolitik, lobt die Untersuchung als „enorm wichtig“: „Ich bin dem Handelsblatt für diese Studie ausgesprochen dankbar. Das Ranking ist anders als die meisten anderen sehr gut gemacht und orientiert sich an den Standards unserer Profession.“ Bereits 2006 hatte CES-Ifo-Chef Hans-Werner Sinn das Ranking als „außerordentlich nützlich“ bezeichnet.

Das Handelsblatt fühlt sich durch die positiven Reaktionen bestätigt, sein Engagement bei der Evaluation ökonomischer Forschung fortzusetzen. Objektive Maßstäbe für die Güte der Forschungsleistung von Einzelpersonen und Fakultäten tragen dazu bei, den Qualitätswettbewerb in der Wissenschaft zu stärken.

Bei der Interpretation der Ergebnisse des Rankings sollten sich die Nutzer allerdings bewusst sein, dass es bei der Aggregation und Gewichtung von individuellen Forschungsleistungen nicht die eine perfekte Methode gibt, die allen Einzelfällen genau gerecht wird. So hat zum Beispiel die Auswahl und Gewichtung der Zeitschriften, bei der man mit guten Argumenten unterschiedliche Entscheidungen rechtfertigen kann, in Einzelfällen merkliche Auswirkungen auf das Abschneiden eines Forschers. Auch die Frage, ob man das Lebenswerk eines Wissenschaftlers betrachtet, seine Publikationen in den vergangenen Jahren oder seine Produktivität pro Jahr, ist für das relative Abschneiden nicht unerheblich.

So wie ein gutes ökonomisches Modell kein Eins-zu-eins-Abbild der Wirklichkeit ist, aber gerade dadurch bestimmte Sachverhalte klar erkennbar macht, erhebt das Handelsblatt-Ranking den Anspruch, die Forschungsleistung der Ökonomen verlässlich abzubilden, ohne aber jedem Einzelfall exakt gerecht werden zu können.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Grundprinzip des Rankings

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