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30.06.2008 
Peer-to-Peer Lending

Beim Geld fängt die Freundschaft an

von Norbert Häring

Kredite ganz an der Bank vorbei - das ist die Idee von "Peer to Peer"-Lending. Auf Online-Portalen wie Proper kann man sich von wildfremden Menschen Geld leihen. Frankfurter Ökonomen haben jetzt erstmals wissenschaftlich untersucht, wie die Idee funktioniert - und wie man besonders niedrige Zinsen bekommen kann.

Lupe

Sie sind Professor und klamm. Oder Sie sind Christ und können einen Kredit brauchen, oder Sie sind eine Frau, die sich selbstständig machen möchte. Besorgen Sie sich das Geld doch einfach an den Banken vorbei – bei Gleichgesinnten über das Internet. Über Online-Plattformen, die sich auf das sogenannte „ Peer-to-peer lending“ (P2P) spezialisiert haben, auf das Geldverleihen von Freund zu Freund.

Die älteste und größte Plattform für das „Peer-to-Peer lending“ ist Prosper. Gestartet Ende 2005, hat sie nach eigenen Angaben Kredite über 150 Mill. Dollar vermittelt. Das macht zwar noch keine große Delle im Kreditkuchen, doch es ist beachtlich, dass überhaupt jemand über Prosper Geld verleiht.

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Immerhin kennt man nicht einmal den echten Namen des Kreditnehmers. Man muss sich mit Informationen über das Kreditrating bescheiden, die Prosper über eine Auskunftei zur Verfügung stellt, und mit einem Foto, wenn der Kreditnachfrager eines bereitstellt. Auch wenn Kreditzinsen nahe 20 Prozent keine Seltenheit sind, so hilft das ja wenig, wenn man sein Geld nicht zurückbekommt.

An dieser Stelle kommen Gruppen ins Spiel, denen sich die Kreditnachfrager anschließen können. Die Gruppen bekommen ihrerseits ein Rating. Je besser das Rating der Gruppe, desto günstiger kommen Mitglieder an einen Kredit. Die „Gruppenleiter“ haben also einen Ruf zu verteidigen und achten daher darauf, dass diejenigen, die der Gruppe beitreten wollen, vertrauenswürdig sind.

Zwei Wirtschaftsforscher vom E-Finance Lab an der Frankfurter Uni haben in einer nun vorgestellten Studie erstmals wissenschaftlich untersucht, wie die Gruppen funktionieren und worauf es ankommt, damit sie ihren Mitgliedern nützen.

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