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25.09.2006 

Umgekehrt gilt: Eine Fakultät, die einen Jungforscher beruft, der sich bisher nicht mit herausragendem Publikationserfolg schmücken kann, darf kaum hoffen, dass nach dessen Berufung schlummernde Potenziale wach werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein neu berufener forschungsschwacher Professor in den ersten sechs Jahren seiner Ordinarien-Laufbahn in die obersten 40 Prozent aufsteigt, beträgt nur etwa vier Prozent. Obwohl sich mit Blick auf alle Professoren die Produktivität eines Forschers im Laufe seines Lebens nur geringfügig ändert – im Detail gibt es durchaus erhebliche Unterschiede.

Bei den unterdurchschnittlich produktiven Wissenschaftlern ist die Datengrundlage zu gering, um verlässliche Aussagen über den Trend im Zeitablauf treffen zu können. Denn das durchschnittliche Lebenswerk aller betrachteten Professoren entspricht nur dem Äquivalent von etwa einem halben AER-Aufsatz. In einem beliebigen Jahr des Untersuchungszeitraums haben drei Viertel der Professoren keinen Aufsatz veröffentlicht.

Bei den mittelguten bis leicht überdurchschnittlichen Forschern fällt der Forschungsoutput im Verlauf ihrer Karriere dagegen deutlich ab. Womöglich schmälert bei dieser Gruppe der abfallende Performance-Druck nach der Berufung auf Lebenszeit die Leistungsbereitschaft. Hinzu kommen die zeitintensiven Lehrverpflichtungen und die Uni-Bürokratie.

Bei den Spitzenforschern dagegen bleibt der Output über das gesamte Leben mehr oder weniger konstant hoch. Allerdings verschiebt sich bei ihnen die Struktur der Arbeiten. Zu Anfang ihrer Karriere konzentrieren sie sich auf wenige Forschungsprojekte, auf die sie viel Mühe verwenden. Das führt zu längeren Artikeln, die in besseren Zeitschriften erscheinen. In dieser Phase arbeiten die Top-Leute allein oder mit wenigen Koautoren. Später beschäftigen sie sich mit mehr Projekten, in die sie weniger Anstrengung investieren und die sie mit mehr Koautoren realisieren.

Auch nach Geschlechtern haben die beiden Forscher ihre Datenbank ausgewertet. Sie stellten fest: Frauen, die nur 15 Prozent der untersuchten Forscher stellen, publizieren im Durchschnitt deutlich weniger als Männer. Dies beruhe aber nicht darauf, dass Frauen weniger gute Wissenschaftler wären. Der einzige Grund ist, dass überdurchschnittlich viele akademische Volkswirtinnen gar nicht forschen. Diejenigen, die wissenschaftlichen Output auf einem gewissen Mindeststandard produzieren, sind genauso produktiv wie ihre männlichen Kollegen.

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