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25.02.2008 
Geldpolitik und Assetpreise

Greenspan ist unschuldig

von Norbert Häring

Ist Alan Greenspan und seine Geldpolitik für die Finanzkrise mitverantwortlich? Hätte die Federal Reserve Bank versuchen sollen, mit höheren Leitzinsen die Spekulationsblase auf dem US-Immobilienmarkt frühzeitig zu bekämfen? Lesen sie, warum zwei renommierte Geldpolitiker der Meinung sind: Es war gut, dass Greenspan das nicht versucht hat.

Lupe

Alan Greenspans Vermächtnis als Notenbankchef ist inzwischen sehr umstritten. Nicht, weil ihm die Inflation davongelaufen wäre oder weil er eine Rezession mitzuverantworten hätte.

Ganz im Gegenteil. Seine Zeit an der Spitze der Federal Reserve, von 1987 bis Anfang 2006, wird die Ära der "great moderation" genannt, die große Mäßigung. In dieser Zeit war die Inflation gut unter Kontrolle und die Konjunkturschwankungen im historischen Vergleich ausgesprochen gering.


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Seine Kritiker werfen Greenspan etwas ganz anderes vor: Dass sich unter seiner Ägide zuerst eine große Börsenblase und danach eine Immobilienblase aufgeblähte und Greenspan nichts dagegen unternahm. Die erste Blase platzte um die Jahrtausendwende und führte zu einer milden und kurzen Rezession. Die zweite vererbte Greenspan seinem Nachfolger Ben Bernanke. Auch sie ist inzwischen geplatzt und hat dazu geführt, dass wieder Rezessionsfurcht grassiert.

Greenspan hätte die Zinsen nichts so stark senken dürfen und hätte die Zügel früher und stärker straff ziehen müssen, meinen die Kritiker.

Karin Assemacher-Wesche von der Schweizerischen Nationalbank und der in Frankfurt lehrende schwedische Ökonom Stefan Gerlach, greifen nun mit einer wichtigen Untersuchung in die Diskussion ein. Die beiden haben die Daten von 17 Industrieländern analysiert, um festzustellen, wie schnell und wie stark Inflation, Wirtschaftswachstum, Aktienkurse und Immobilienpreise typischerweise auf Leitzinsänderungen reagieren.

Ihr Ergebnis erklärt gut, warum bisher noch keine wichtige Notenbank ernsthaft versucht hat, mit ihrer Zinspolitik gezielt Aktienkurse oder Immobilenpreise zu beeinflussen. Ein wichtiges Ergebnis der Urversuchung ist: Die Wachstumseinbußen, die man in Kauf nehmen muss, um etwa einen starken Anstieg der Immobilenpreise aufzuhalten, können enorm sein.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie hoch die Wachstumseinbußen genau sind

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