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30.10.2006 

Rollenspiele mit über 130 MBA-Studenten, die im Schnitt knapp 30 Jahre alt waren und über sechs Jahre Berufserfahrung hatten, zeigten: „Je mehr sich ein Mitarbeiter durch einen externen Rivalen bedroht fühlt, desto intensiver beschäftigt er sich mit dessen Ideen.“ Bei internen Rivalen ist genau das Gegenteil der Fall. Diese Ergebnis tritt unabhängig davon auf, ob der Rivale ein Individuum ist oder eine konkurrierende Abteilung.

Allerdings gibt es Abhilfe: Der Widerwille gegenüber den Ideen von Kollegen verschwindet, wenn der Mitarbeiter kurz vorher Selbstbestätigung erfahren hat. Wer sich seiner eigenen Sache sicher ist, hat deutlich weniger Angst, seinen Status durch einen Geistesblitz eines internen Rivalen zu verlieren.

Die Studie liefert eine wichtige Erklärung dafür, warum es so schwierig ist, Unternehmen in die viel beschworene „lernende Organisation“ zu verwandeln. Wissensmanagement ist längst nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch eine Sache der Psychologie.

Um diese Barrieren zu überwinden, müssten Manager daran arbeiten, wie in ihrem Unternehmen „die Ego-Bedrohungen wahrgenommen werden“, empfehlen die Autoren. Nur dann habe die Vision eines Unternehmens, in dem alle Mitarbeiter ihr Wissen teilen, eine Chance.

Dass sich das lohnen dürfte, ahnte Heinrich von Pierer schon 1995. „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß“, seufzte der damalige Vorstandschef vor elf Jahren auf der Bilanzpressekonferenz, „dann wären unsere Zahlen noch besser.“

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