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Radsport Olympia: Vogel/Welte vom Glück geküsst - Männer mit Bronze

Kristina Vogel und Miriam Welte schlugen die Hände vor den Mund und konnten ihr Glück kaum fassen. Gold? Ja, Gold!

Kristina Vogel und Miriam Welte: Glücklich zu Gold Quelle: SID
Kristina Vogel und Miriam Welte: Glücklich zu Gold Quelle: SID

London (SID) - Als der "Olympiagott" ihnen Gold geschenkt hatte, schlugen Kristina Vogel und Miriam Welte die Hände vor den Mund und rissen fassungslos die Augen auf. Gold? Ja, Gold! Die beiden deutschen Teamsprinterinnen hatten sich längst auf Silber eingestellt, sie waren schon eine Ehrenrunde gefahren, sie hatten mit ihren Familien gejubelt - doch dann beugte sich eine Reporterin der BBC über die Absperrung und sagte: Die Chinesinnen werden zurückgestuft, ihr habt gewonnen.

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"Ich dachte: geil, Silber. Und dann sind meine Augen plötzlich ganz groß geworden. Der Olympiasieg ist für die Ewigkeit", sagte Vogel, die den "Olympiagott" auf ihrer Seite sah. Welte freute sich "wahnsinnig" und sagte: "Ein Traum ist wahr geworden." Doch sogar bei der Siegerehrung schienen sie noch immer nicht zu verstehen, dass sie Olympiasiegerinnen waren.

Beflügelt vom Gold der Frauen retteten anschließend René Enders, Robert Förstemann und Maximilian Levy beim britischen Triumph mit Weltrekord zumindest Bronze gegen Australien. Die deutschen Männer hatten den Olympiasieg fest eingeplant, doch noch ehe das Rennen überhaupt begonnen hatte, war Schlussfahrer Stefan Nimke verletzt aus der Halle gehumpelt. Rang drei war das versöhnliche Ende eines dramatischen Tages. "Die Nachricht war erschütternd. Unter diesen Umständen haben wir das Maximum geholt", sagte Levy.

Kristina Vogel (Cottbus) und Miriam Welte (Kaiserslautern) hatten gleich zweimal Glück. Die deutschen Weltmeisterinnen waren nur ins Finale gekommen, weil Großbritannien ebenfalls zurückgesetzt wurde. Im Endlauf waren Welte und Vogel dann 0,179 Sekunden langsamer als die Chinesinnen, doch wegen Verlassens der Bahn wurden Gong Jinjie und Guo Shuang zurückgesetzt auf Rang zwei. Guo, die Sünderin, schien vor Wut fast zu platzen.

Die Chinesinnen schritten wild entschlossen zum Kampfgericht, diskutierten, doch ihre finstere Miene hellte sich nicht auf. "Es hatte einen kleinen Beigeschmack. Das ist nicht der Weg, wie man gewinnen will. Aber die Regeln sind für alle da", sagte Vogel. Und so schüttelten sie immer wieder den Kopf. Hand in Hand standen sie selig vor Glück auf dem Podium, sangen mit glänzenden Augen die Hymne und herzten sich.

Auch die deutschen Männer hatten goldene Träume - und waren nach der Verletzung von Nimke zum Auftakt der Bahnradrennen durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Nach einer Serie von Niederschlägen durften sie nach einem Sieg gegen Australien doch noch jubeln. Die Gastgeber mit ihrer Ikone Chris Hoy und dem in Krefeld geborenen, erst 19 Jahre alten Philip Hindes als Anfahrer sprinteten indes im Endlauf gegen Frankreich mit Weltrekord (42,600) zu Gold.

Für die deutschen Männer hätte der Wettkampf schon nicht schlechter beginnen können. Routinier und Leitfigur Nimke musste wenige Minuten vor der Qualifikation die Segel streichen. Der 34-Jährige aus Schwerin, der bei seinen letzten Olympischen Spielen wie in Athen 2004 Gold holen wollte, war wegen einer Muskelzerrung im Rücken nicht in der Lage zu starten. Der viermalige Weltmeister konnte vor Schmerzen kaum gehen.

Im Ringen um Details litt darunter zwangsläufig die Harmonie im umbesetzten deutschen Trio. "Es war schwierig, ich war nicht darauf eingestellt", sagte Förstemann. Unter den Augen von Prinz William und seiner Gattin Kate wurde das deutsche Team Opfer der Umstände. Mit einer Energieleistung schaffte es zumindest noch den Sprung aufs Podium.

Quelle: SID
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