Sauer auf Beckenbauer
„Eine Lichtgestalt macht alles kaputt“

Beckenbauers nachträglich bekannt gewordenes Millionen-Honorar sorgt weiter für Aufregung. Ehrenamtliche Sportfunktionäre und Politiker kritisieren den Kaiser des deutschen Fußballs so harsch wie nie zuvor.
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VilsbiburgFranz Beckenbauers nachträglich bekannt gewordenes Millionen-Werbehonorar während seiner Zeit als OK-Chef der Fußball-WM 2006 in Deutschland stößt an der Basis des Sports bitter auf. "Millionen Ehrenamtliche in den Vereinen bekommen nichts und müssen nun böse Kommentare über sich ergehen lassen, nur weil eine Lichtgestalt, die mehr als 40, 50 Jahre gut verdient hat, alles kaputt macht", sagte Ehrenamts-Referent Josef Roth (Vilsbiburg) vom Bezirk Niederbayern im Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) auf SID-Anfrage.

Roth sieht das Ansehen des ohnehin mit Akzeptanzproblemen kämpfenden Ehrenamtes durch die jüngsten Vorgänge um den Kaiser beschädigt. "Es ist nicht in Ordnung, dass gerade auch die vielen, vielen Ehrenamtlichen durch solch eine Sache in ein schlechtes Licht geraten sind."

SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann sieht zur Erhellung der Hintergründe besonders den DFB in der Pflicht. "Reinhard Grindel muss als DFB-Präsident vollständig Klarheit schaffen. Alle Fakten müssen auf den Tisch", sagte der einflussreiche Koalitionspolitiker in der Passauer Neuen Presse.

Im Bundestags-Sportausschuss hinterfragte die Gremiums-Vorsitzende Dagmar Freitag grundsätzlich die Geheimniskrämerei um Beckenbauers Honorar: "Es hätte wohl niemanden verwundert, wenn eine Dotierung des Ok-Chefs Beckenbauer von Anfang kommuniziert worden wäre. So ist die eigentliche Frage, warum es auf keine Fall bekannt werden sollte", sagte Oppermanns Parteikollegin.

Linke-Fraktionschefin Sara Wagenknecht monierte die zunächst unterlassene Versteuerung der Honorarzahlung für den 71-Jährigen durch den DFB. "Unter dem Glanz des Sommermärchens kommt nun der dunkle Schatten halbkrimineller Strukturen im Fußball-Geschäft zum Vorschein. Offenbar hat zum gängigen Geschäftsgebaren des DFB damals gehört, Millionen am Fiskus vorbeizuschleusen. Die Vorgänge müssen restlos aufgeklärt werden. Schließlich heißt der Sport nicht Steuerhinterziehung, sondern Fußball", sagte Wagenknecht.

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Kein Geld von Bahn und Postbank

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