
Garmisch-Partenkirchen (SID) - In der zuletzt hitzig geführten Diskussion um die Zukunft der alpinen Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen hat der Deutsche Skiverband (DSV) seine Position untermauert. "Das Ziel einer vernünftigen Partnerschaft ist noch nicht erreicht", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann am Samstag. Die Marktgemeinde sowie die mehrheitlich in ihrem Besitz befindlichen Bayerischen Zugspitzbahnen (BZB) müssten sich entscheiden, ob ihnen der Tourismus wichtiger sei als der Leistungssport, oder ob es eine Koexistenz geben könne.
"Sind wir am Hang Störfaktor oder als Botschafter für das Marketing der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen willkommen?", fragte Hörmann in Anwesenheit von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid. Schmid betonte, dass die politische Mehrheit der Marktgemeinde hinter den Weltcup-Rennen und auch dem alpinen Leistungszentrum stehe. "Es gibt ein klares Bekenntnis", sagte er und betonte: "Der Ort will diese Rennen." Dem DSV geht es in erster Linie darum, dass er die alpine Infrastruktur in "GaPa", in die vor der WM 2011 rund 25 Millionen Euro geteckt worden waren, nachhaltig nutzen kann.
Hörmann dagegen glaubt eine "tendenziell wachsende Gegnerschaft" gegen sportliche Großereignisse sowie den Leistungssport in Garmisch-Partenkirchen ausgemacht zu haben. Peter Fischer, Chef des Organisationskomitees der WM 2011 sowie der Weltcup-Rennen, gab dem DSV-Präsidenten indirekt recht, als er sagte: "Es kann nicht sein, dass wir jedes Jahr neu diskutieren." Hörmann unterstrich, dass der DSV 400.000 Euro mehr in die alpinen Weltcup-Rennen investiere als noch vor zwei Jahren, da werde er wohl auch "den Finger heben dürfen", wenn die "Rahmenbedingungen" für den DSV nicht mehr stimmten.
Die derzeitige Situation in Garmisch-Partenkirchen bezeichnete Hörmann als "nicht akzeptabel". Die zur WM 2011 aufwendig ausgebaute alpine Infrastruktur habe in diesem Winter noch kein einziges Mal zu Trainingszwecken genutzt werden können, dabei, so der DSV-Präsident, gebe es klare Vereinbarungen auch mit Bund und Land über die Nutzung durch den Leistungssport. "Ein fester Bestandteil der Vereinbarungen ist, dass Garmisch-Partenkirchen unser Alpinzentrum Nummer eins war, ist und bleibt." Dennoch werde sich der DSV nach Alternativen umsehen, etwa am Jenner in Berchtesgaden.
Für den Internationalen Skiverband FIS steht es dagegen außer Frage, dass Garmisch-Partenkirchen weiter im Weltcup-Kalender auftaucht. "Für uns ist das ein klassisches Event, ich sehe keinen Grund, darüber zu diskutieren. Die FIS steht klar hinter diesem Event", sagte der deutsche FIS-Renndirektor Günter Hujara, der den ganzen Vorgang ein wenig süffisant als "kleines Problem in der deutschen Welt" bezeichnete. Garmisch-Partenkirchen steht bis 2016 im derzeit noch provisorischen Weltcup-Kalender der FIS, "das Ziel muss auch sein, eine weitere WM zu bekommen", sagte OK-Chef Fischer außerdem.