Nutzer-Kommentare: „Lügenpresse kommt von Lügenfresse“

Nutzer-Kommentare
„Lügenpresse kommt von Lügenfresse“

„Lügenpresse“ – auch das Handelsblatt muss sich so beschimpfen lassen. Eine unzensierte Zusammenstellung der „schönsten“ Nutzer-Kommentare aus den vergangenen Tagen von unserer Facebook-Seite.
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Düsseldorf„Lügenpresse!“ skandieren nicht nur zahlreiche Pegida-Anhänger auf Demonstrationen im ganzen Land. Auch im Netz müssen sich viele deutsche Redaktionen und Medienhäuser mit dem gerade gekürten „Unwort des Jahres 2014“ beschimpfen lassen. Wir haben für Sie die „schönsten“ „Lügenpresse“-Kommentare von unserer Facebook-Seite zusammengestellt – Tipp- und Rechtschreibfehler inbegriffen.

 

Michael T.: „Propagandablatt passt besser zu Euch!“

Uwe O.:Medien sind keine ‚Lügenpressen‘, sondern Meinungsbildungsinstitute; sie erforschen die Meinung der Politik, um diese für einen Schäppchenpreis des Zeitungsabo's als die Meinung des Volkes dem Leser zu verkaufen.

Pavlo H.: Diese Beschimpfung muss sich das Handelsblatt eher weniger auf die Fahne schreiben. Aber nur weil ihr echte Journalisten wie gabor Steingart habt, die sich noch einen Kodex halten.“

Horst K.:Habs heute beim Zeitunglesen auch gedacht. Vorgefertigte Meinung für 1,50 Euros lesen

Bernd E.: Lügenpresse wo man hinschaut. Jeden Tag. Ueberall. Mal mehr, mal weniger!

Cloth C.: „Das Wörtchen ‚Lügenpresse‘ gibt eigentlich inhaltlich nicht korrekt wieder, was eigentlich gemeint sein dürfte. Richtiger wäre die Bezeichnung ‚Lügenmedien‘, denn die sog. Lügenpresse ist nur ein immer schwächer werdendes Organ der Lügenmedien.“

Niko v. A.:Mhmm hier werden aber teils auch braune Äpfel mit bunten Birnen gemacht, schon klar.. Über was wird hier überhaupt gezetert?! Auch wenn die Rhetorik der ‚Lügenpresse‘ eindeutig ist, kann man nicht nur pegida als einzelne Aufmüpfige die Medienkritik in die Schuhe schieben... Man ist sich einig, dass unsere Medien schlechte Arbeit leisten. Und gleichgeschaltet scheinen. Mehr als die Hälfte der Deutschen traut den täglichen Berichten (zurecht) nicht mehr voll und ganz.. Was ein erschreckendes Armutszeugnis! Der Staat darf keinen Einfluss auf die Medien nehmen und doch scheint es, als wären die Chefredakteure von zb Springer, Spiegel und Zeit oder die Chefintendanten von RTL, Pro7 und ARD, ZDF geschmiert oder verschworen.. (als einziges würde ich die meisten Politmagazine, und vor allem die Dokumentationen im öffentlich rechtlichen durchgehen lassen, die tatsächlich noch investigativ arbeiten oder Politkabarett von Die Anstalt, Puffpaff usw [dank dass unsere Rundfunkgebühren auch mal gute Verwendung finden]. Mich persönlich würde es zB auch interessieren was damals im Kanzleramt glaub 2009 hinter verschlossenen Türen mit Medienvertretern besprochen wurde, ohne gleich den Teufel an die Wand zu malen..
Kurz um, munter und aufmerksam bleiben!

Markus B.:Also ich finde das Handelsblatt noch ganz ok, außerdem lässt es auch kritische Kommentare zu (während z.B. SPON weit mehr zensiert).

Michael N.:es gibt sicher einige gute presseerzeugnisse. aber bei dem rest brot fürs volk. zumal in der heutigen presselandschaft ja auch nicht mehr viel unterschied herrscht. verlage kaufen bei anderen verlagen ihre berichte ein, meldungen kommen von presseargenturen , kaum etwas was zeitungen noch selbst machen. und wenn man bedenkt das presse und politik eng heute verknüpft sind, einige davon selbst bei der presse gearbeitet haben, wie unabhängig sind unsere medien?“

Joerg G.: Es wäre lustig, wenn es nicht so lächerlich wäre. Die Lügenpresse ernennt die Anklage gegen sie einfach zum "Unwort des Jahres". Das ist so, als ob sich Fox News zum Hüter der Wahrheit ernennt. Lügen werden vor allem von den Wirtschaftsredaktionen verbreitet, wie z.B. manipulierte und irrelevante Aufschwungstatistiken, während überall die Einkommen sinken. Oder die schwarze Null, die nur durch unterlassene Pflichten zurecht gebogen wird. Oder das Totschweigen von Massendemos im Ausland gegen die Austeritätspolitik. Das sind keine Journalisten, sondern Regierungssprecher. Und mit dieser Realitätsverweigerung wird das Problem nicht gelöst, sondern größer. Es gärt.“

Djohan H.:Lügenpresse kommt von Lügenfresse...

Benedikt S.:Dieser Moment, wenn Leute von AfD und PEGIDA nicht kapieren, dass sich 'Unwort des Jahres' nicht gegen die Presse, sondern gegen sie selbst richtet...“ 

Liebe Leser!

In den vergangenen Tagen ist viel über das #Unwort des Jahres 2014 gesprochen worden. Viele unserer #Facebook-Fans haben geschrieben, "#Lügenpresse" sei kein "Unwort", denn die Presse lüge tatsächlich. Sie hätten das Vertrauen in die Medien grundsätzlich verloren.

Wir möchten mit Ihnen diskutieren und gerne mehr von Ihnen erfahren. Deshalb sagen Sie uns:

Vertrauen Sie "den" Medien tatsächlich nicht mehr - und wenn nein, warum nicht?

Was verstehen Sie unter einer "freien und unabhängigen Presse"?

Was wünschen Sie sich ganz konkret von uns, Ihrer Handelsblatt-Redaktion?

Diskutieren Sie mit - auf unserer Facebook-Seite!

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Nutzer-Kommentare: „Lügenpresse kommt von Lügenfresse“"

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  • Nachtrag:
    Fairerweise muss man auch zugestehen, dass die meisten Medien durch die Schnelllebigkeit des Internetzeitalters - was nun einmal auch eine immer schnellere Informationsbereitstellung erforderlich macht - immer weniger gut recherchierte, zeit- und geldaufwendige eigene Reportagen / Artikel erstellen können. Sie sind daher in verstärktem Maße auf die Agenturmeldungen angewiesen und können diese immer weniger überprüfen
    Und hier wird es nun spannend, da viele Medien die GLEICHE Agenturmeldung (möglicherweise in leicht veränderter Form) übernehmen. Denn oft beinhaltet bereits die Agenturmeldung bewusste Meinungsmanipulation. Das stellt nun die enorm wichtige Frage: WER entscheidet über die Formulierung der Agenturmeldungen? Ja vielleicht sogar: WER kontrolliert die Agenturen, und WIE sind hier die "Besitzverhältnisse"?
    Bei den enorm mächtigen Ratingagenturen (mit de facto kartellähnlichen Strukturen) hat sich etwa Dirk Müller einmal die Arbeit gemacht, die "Besitzverhältnisse" nachzuforschen. Das Ergebnis ist äußerst spannend...

  • Als im "öffentlich rechtlichen FS" der Ausdruck Lügenpresse mit großem Aufwand wie Bilder aus dem 3. Reich und Hakenkreuz-Fahnen erklärt wurde, habe ich alle Bekannten und Verwandten 75+ gefragt ob sie diesen Begriff denn so als Nazi-Slogan kannten.---
    Kein Einziger wusste damit etwas anzufangen.
    Was sollte also dieser Extrem-Bezug zur Nazizeit?
    Stimmungsmache. Also vielleicht doch Lügenpresse ?

  • Ich möchte gerne einen Kommentar von mir aus dem heutigen CHF-Thread hierher kopieren - da passender: ;-)
    "Richtig - das Handelsblatt verdient eindeutig NICHT den Begriff "Lügenpresse". Sie bemühen sich um Neutralität und versuchen den Lesern in der Regel nicht, irgendeine Meinung (meistens die der Verlagseigentümer) aufzudrängen. Das ist schon einmal sehr lobenswert, da sie ja nun einmal Geld verdienen müssen - und eine Wirtschaftszeitung verdient nun einmal auch Geld durch Anzeigen von Banken und (Groß-)Konzernen. Ich bin durchaus so realistisch, um Verständnis dafür zu haben, dass Medien gegen ihre (potenziellen) Geldgeber nicht mit der Keule austeilen können.
    Wichtig ist allerdings, dass man die Leser relativ frei kommentieren lässt und Beiträge nicht vorzensiert.
    Dadurch zeigt man Toleranz gegenüber abweichenden Meinungen.
    In Zeiten sinkender Auflagenzahlen der meisten MSM könnte das HB - wenn es seiner Linie treu bleibt - meiner Meinung nach wesentlich besser davonkommen als viele andere."

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