Netz-Bubble

#AfDChan
Niedliche Rechtspopulistin

Niedlich sieht sie aus, das Anime-Mädchen mit den blauen Haaren. Aber was sie so auf Twitter postet, ist ganz schön rechts. Die Kunstfigur ist nur einer der Ideen, mit der AfD-Fans den Wahlkampf im Netz beeinflussen wollen.
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DüsseldorfBlaue Haare, große Augen, und über ihrem linken Auge prangt der rote Swoosh-Pfeil der Alternative für Deutschland. Der Name des Mädchens lautet „AfD-Chan“. „Chan“ ist eine japanische Verniedlichungsform, aber niedlich ist die im fernöstlichen Anime-Stil gezeichnete Kunstfigur nur äußerlich.

Der User, der ihren Twitter-Account mit über eintausend Followern bedient, kritisiert die „Umvolkung“, die gerade im Gange sei, retweetet Beiträge der rechten Bewegung und beteiligte sich am Hashtag #Verräterduell: Damit wollten rechte Aktivisten während des TV-Duells zwischen Merkel und Schulz die Twitter-Trends erobern.

Sie posteten allerhand Bilder, die die AfD lobten und die beiden Kanzlerkandidaten hart angriffen, darunter auch solche, die Schulz‘ Zeit als Alkoholiker thematisierten. In die Trends schafften es die Aktivisten jedoch nicht. Wie „Buzzfeed News“ berichtet, gaben sie in einem internen Forum zu, dass ihnen „einfach noch die Schlagkraft“ fehle. Weitere Aktionen seien jedoch geplant, diverse Bilder schon vorbereitet. Niedlich wird das sicher nicht.

Schreiben Sie mir: Können solche Aktionen im Netz die Wahlentscheidung maßgeblich beeinflussen?

Die Kolumne „Netz-Bubble“ erscheint immer dienstags im Handelsblatt Morning Briefing.

Steffen Daniel Meyer
Steffen Daniel Meyer
Handelsblatt Online / Social-Media-Redakteur

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