Freiburg, Flüchtlinge und Medien: „Tagesschau“ in der Kritik

Netz-Bubble

Freiburg, Flüchtlinge und Medien
Die „Tagesschau“ in der Kritik

In Freiburg wurde ein Flüchtling festgenommen, der eine Studentin umgebracht haben soll. Im Gegensatz zum ZDF hat die „Tagesschau“ nicht über die Festnahme berichtet - und damit eine kontroverse Diskussion ausgelöst.
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DüsseldorfWeil die ARD-„Tagesschau“ nicht über die Festnahme eines Flüchtlings berichtet hat, wird in den sozialen Netzwerken seit Tagen über die Frage der Relevanz diskutiert. Ein 17-jähriger Afghane steht in Verdacht, eine Studentin in Freiburg vergewaltigt und ermordet zu haben.

Er war bereits vergangene Woche festgenommen worden. Der Fall kam in Deutschlands meistgesehener Nachrichtensendung nicht vor. Die Redaktion erhielt daraufhin viele böse Briefe, Facebook-Kommentare und Tweets.

Bei Facebook stellte sich ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke jetzt den Fragen der Nutzer. Im Live-Video rechtfertigte er die Entscheidung seines Teams: Der Mord an der Studentin sei schrecklich, aber ein Einzelfall und kein Kriminalfall mit national-gesellschaftlicher Relevanz.

Nicht alle konnten das nachvollziehen: Die Tat sei „sicherlich nicht nur von regionalem Interesse. Das war ein fatales Eigentor“, empört sich eine Nutzerin. Ein anderer hingegen schreibt, nach journalistischen Maßstäben sei es „völlig nachvollziehbar“, dass die „Tagesschau“ zunächst nicht berichtet habe. Die Journalisten hätten lediglich eine ihrer Hauptaufgaben wahrgenommen und die Themen des Tages nach Relevanz selektiert.

Übrigens: Über den mutmaßlichen Vergewaltiger aus Freiburg hatte die „Tagesschau“ nicht berichtet, über einen vergleichbaren Vorfall aus Bochum wurde gestern ein Bericht gesendet. Das ZDF hatte die Festnahme in Freiburg bereits am Wochenende thematisiert.

Was meinen Sie? Hat die „Tagesschau“ falsch bewertet oder genau richtig entschieden? Diskutieren Sie mit - direkt auf unserer Facebook-Seite!

Die Kolumne „Netz-Bubble“ erscheint immer mittwochs im Handelsblatt Morning Briefing.

Tina Halberschmidt, Social-Media-Redakteurin
Tina Halberschmidt
Handelsblatt / Teamleiterin und Redakteurin Social Media

Kommentare zu " Freiburg, Flüchtlinge und Medien: Die „Tagesschau“ in der Kritik"

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
    Danke

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