Solbakken entlassen
Frank Schaefer soll 1. FC Köln vor Abstieg retten

Der 1. FC Köln hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Stale Solbakken getrennt. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Donnerstag mit. Ein Nachfolger ist bereits gefunden. Der Neue ist ein Altbekannter.
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KölnDie Mannschaft wird im Saisonendspurt von Ex-Coach Frank Schaefer betreut. „Diese Entscheidung hat die Gesellschafterversammlung des 1. FC Köln vor dem Hintergrund der aktuellen Tabellensituation auf Vorschlag der Geschäftsführung getroffen“, gab der Klub bekannt. Köln ist als Tabellen-16. in akuter Abstiegsgefahr. Erst vor wenigen Wochen war Sportdirektor Volker Finke nach einem Machtkampf mit dem Dänen in Köln gefeuert worden.

Schaefer wird damit erstmals am Sonntag im rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr) auf der Kölner Trainerbank sitzen. Der 48-Jährige, der bereits in der vergangenen Saison sechs Monate lang Cheftrainer der Geißböcke war, wird am Freitag um 11 Uhr die erste Trainingseinheit im Kölner Stadion leiten. Dirk Lottner wird Frank Schaefer als Co-Trainer zur Seite stehen, Stephan Engels übernimmt die Aufgabe des Teammanagers.

„Der Klassenerhalt hat im Schlussspurt dieser Saison für uns oberste Priorität. Auf dieses Ziel müssen wir jetzt ohne Wenn und Aber alle Entscheidungen ausrichten“, sagte Werner Wolf, Vorsitzender des Verwaltungsrates: „Nach dem Spiel gegen Mainz ist die Beurlaubung von Ståle Solbakken ein bedauerlicher, aber zu diesem Zeitpunkt unausweichlicher Schritt.“ Aus Gründen der Kontinuität habe der Klub „bis zuletzt“ am Trainer festgehalten. „Die positiven Ansätze aus der Vorbereitung auf das Spiel gegen Bremen haben jedoch nach einer insgesamt unbefriedigenden Rückrunde keine nachhaltige Wirkung gezeigt. Unser Team braucht jetzt erkennbar neue Impulse für den Abstiegskampf.“

Der 44-jährige Norweger war zu Saisonbeginn vom FC Kopenhagen zu den Rheinländern gekommen, steckte mit dem dreimaligen deutschen Meister nach dem 0:4 am Dienstag beim FSV Mainz 05 als 16. aber mitten im Abstiegskampf. Die Entscheidung wurde dem Coach laut der „Bild“-Zeitung am Donnerstagnachmittag in einem zehnminütigen Gespräch mit Geschäftsführer Claus Horstmann mitgeteilt. Horstmann glaubt, in Schaefer die richtige Lösung für die schwierige Situation gefunden zu haben: „Frank Schaefer hat bereits in der letzten Saison gezeigt, dass er die Mannschaft zu Hochleistung motivieren kann. Er genießt zudem hohe Sympathien bei unseren Fans, auf deren Unterstützung unsere Mannschaft in dieser schwierigen Situation angewiesen ist.“

Die Entlassung Solbakkens, dessen Ablösung bereits vor eineinhalb Wochen erwartet worden war, bedeutet den neunten Trainerwechsel der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor hatten Markus Babbel und Michael Skibbe (beide Hertha BSC Berlin), Marcus Sorg (SC Freiburg), Michael Oenning (Hamburger SV), Holger Stanislawski (1899 Hoffenheim), Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern) und Robin Dutt (Bayer Leverkusen) gehen müssen. Ralf Rangnick trat bei Schalke 04 wegen eines Burn-outs zurück.



Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Marc Renner  Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Marc Renner
Handelsblatt / Chef vom Dienst
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