Drei Fragen an: Gerhard Fischer
„Das Geschäftsmodell ist stark angeschlagen“

Der Markt dreht sich weg vom Leasing hin zur Kreditfinanzierung. Im Handelsblatt-Interview spricht Gerhard Fischer, Vorstand der Autobank AG in Österreich, über die Trendwende im Leasingmarkt, Refinanzierungsprobleme und den Zeitpunkt des Markteintritts.

Ist die Finanzmarktkrise verbunden mit der Gebrauchtwagenhalde für Sie eine Chance?

Diese Frage kann ich mit einem klaren ja beantworten. Denn der Markt dreht sich derzeit. Weg vom Leasing, hin zur Kreditfinanzierung. Das gilt ebenso für Gebrauchte wie für Neuwagen. Die Trendwende erklärt sich aus den großen Verlusten und Risiken, die aus der Restwertvermarktung resultieren. Das Geschäftsmodell Leasing ist derzeit stark angeschlagen. Daher wird der Markt umschwenken: bei Neuwagen wird der Kreditanteil ein zweistelliges Wachstum erreichen, Leasing wird sich beruhigen, weil auch die Händler keine neuen Restwertrisiken mehr aufbauen wollen. Im Privatgeschäft wird Leasing daher so gut wie keine Rolle mehr spielen. Im gewerblichen Bereich allerdings schon - vor allem wegen der damit verbundenen Steuervorteile. Große Zuwächse erwarten wir dort aber trotzdem momentan nicht.

Wie beschafft sich die AutoBank AG Geld?

Zunächst: Wir haben keine Refinanzierungsprobleme. Wir haben strukturierte Finanzierungen, die noch laufen und bedient werden. Daraus generieren wir zu 45 Prozent die Refinanzierung. 30 Prozent stammen aus dem Einlagengeschäft in Österreich. Wir zählen dort zu den ersten vier Anbietern im Zinsgeschäft. 25 Prozent resultieren aus den revolvierenden Einnahmen aus der Kreditfinanzierung.

Warum wagen Sie ausgerechnet jetzt den Markteintritt?

Bei den Händlern haben wir bereits einen Fuß in der Tür, weil die Banken ihre Kreditlinien momentan nicht ausweiten. Wir springen da ein, wo die Banken zögerlich sind. Aber wir müssen nicht jeden Kunden haben. Das unterscheidet uns von den Captives - denn die sind absatzgetrieben und müssen ihre Autos auf jeden Fall auf die Straße bringen, egal wie. Wir hingegen verspüren keinen Absatzdruck. Wir betrachten uns als Ergänzung, machen flankierende Finanzierungen.

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