Druck durch Finanzkrise
Autoleasing wird teurer

Die Zeiten der billigen Autofinanzierung in Deutschland gehen zu Ende. "Es wird im Markt zu deftigen Preissteigerungen kommen", sagte Gerhard Fischer, Vorstandsvorsitzender des Leasing-Anbieters Lease Trend AG am Dienstag in München.

MÜNCHEN. Fischer geht davon aus, dass die Leasingraten für Neuverträge in den kommenden Monaten wegen der Finanzmarktkrise um bis zu 15 Prozent steigen werden. Lease Trend ist mit einem Jahresumsatz von 202 Mio. Euro einer der größten unabhängigen Leasingabieter in Deutschland.

"Für alle Anbieter wird es schwieriger an Geld zu kommen", sagt Fischer. Wichtige Refinanzierer wie die HSH Nordbank seien ganz aus dem Geschäft ausgestiegen, andere hätten ihr Kreditvolumen erheblich eingeschränkt. "Die Finanzkrise wird dazu führen, dass die Refinanzierung für alle Anbieter teurer wird, das müssen wir den Kunden weitergeben." So seien die Zinsen für kurzfristige Finanzierung an den Kapitalmärkten in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden - ein Trend der anhalten werde, glaubt der Finanzierungsexperte.

Zu den Problemen am Finanzmarkt kommt die in Deutschland schwelende Absatzkrise, die seit Monaten die Restwerte der Gebrauchtwagen unter Druck setzt. Diese sind in den vergangenen 15 Monaten im Schnitt um vier Prozent gesunken - ein Alarmsignal. Denn die Restwerte der zurücklaufenden Gebrauchtwagen sind eine wichtige Kalkulationsgrundlage für die Branche und für den Profit des Leasinggeber.

Der Einbruch trifft eine Branche im Aufwind. Das Geschäft mit Autoleasing wächst in Deutschland seit Jahren kontinuierlich. Laut dem Bundesverband deutscher Leasingunternehmer lag das Volumen 2007 bei 22,8 Mrd. Euro, im ersten Halbjahr 2008 legte das Geschäft um zehn Prozent zu. Die meisten Leasingverträge entfallen auf Firmenwagen. Vor allem den Premiumherstellern Mercedes, BMW und Audi garantiert Leasing einen stabilen Absatz.

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