Finanzierungsformen
Gebrauchte Software senkt Kosten

Unternehmen müssen bei Anschaffungen verstärkt auf die Wirtschaftlichkeit achten. Dabei sollen die Kosten der Finanzierung so gering wie möglich gehalten werden. Die Firmen nutzen eine Reihe von Finanzierungsinstrumenten, um erforderliche Investitionen in Maschinen, IT-Hardware und auch in Software zu tätigen. An Bedeutung gewinnt das Software-Remarketing.

HAMBURG. Etabliert haben sich bei den Finanzierungsformen zunächst der kreditfinanzierte Kauf, der Kauf mit Barmitteln aus dem laufenden Geschäft, Miete und Leasing. In den vergangenen Jahren wurden IT-Produkte im Allgemeinen und Software im Besonderen immer häufiger geleast. Parallel zu dieser Art der Außenfinanzierung hat sich eine Tendenz zur Innenfinanzierung in Form von Software-Remarketing entwickelt.

Auf dem Zweitmarkt für gebrauchte Software können Unternehmen ihre nicht mehr benötigten Lizenzen vermarkten oder zusätzliche Lizenzen erwerben. Diese als Software-Remarketing subsumierten Prozesse ermöglichen den Anwendern, bis zu 25 Prozent eines neuen Lizenzprojektes gegenzufinanzieren. Ferner sparen sie umgekehrt beim Kauf von gebrauchter Software bis zu 50 Prozent gegenüber dem Erwerb neuer Lizenzen. "Software-Remarketing ist eine für den Anwender innovative und wirtschaftlich attraktive Form der Innenfinanzierung. Je nach Volumen der Lizenzprojekte können Remarketing-Komponenten das klassische Leasing ergänzen oder eine Alternative sein", erklärt Jörg Berberich, Senior Manager bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Die Zweit- oder Wiederverwendung von Lizenzen trägt zur effektiveren Verwendung von Software bei. Ein verlängerter Produktlebenszyklus durch eine strategische Verwertung von nicht mehr benötigten Lizenzen kann die Gesamtkosten einer Software nachhaltig reduzieren. Im Unternehmen entsteht zum Ende der Nutzungszeit einer Software ein monetärer Rückfluss. Aus organisatorischer Sicht handelt es sich beim Software-Remarketing um eine Umschichtung immaterieller Vermögenswerte in liquide Mittel. Da Software keinerlei Abnutzung unterliegt, kann der Handel nach einfachen, standardisierten Prozessen erfolgen. Eine individuelle Begutachtung der Produkte wie bei Baumaschinen oder Hardware ist durch die Kongruenz der Softwarelizenzen nicht nötig.

Die klassischen Leasingvorteile im Vergleich zu einer Finanzierung über Software-Remarketing-Modelle verblassen bei einer Gegenüberstellung. Leasing hilft Unternehmen, den Anforderungen von Basel II gerecht zu werden, die Bilanzneutralität einer Investition zu gewährleisten, den Cash-Flow zu glätten und eine Flexibilität der Zahlungsströme zu ermöglichen. Dafür fallen für das Unternehmen - wie bei jeder Außenfinanzierung - jedoch Kosten an. Es entstehen Belastungen, die ab einem bestimmten Volumen die Handlungsfähigkeit des Unternehmens anhaltend negativ beeinträchtigen. Im Gegensatz dazu können Unternehmen durch Software-Remarketing-Prozesse ihre Finanzierungskosten nachhaltig senken, vergleichbare Vorteile wie beim Leasing erzielen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Kreditgebern reduzieren.

Boris Vöge ist Vorstand der preo Software AG.

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