Geldbeschaffung
Erste Kreditanträge bei der KfW

Lange sah es so aus, als ob die internationale Finanzmarktkrise an der Leasingbranche vorübergehen würde. Doch spätestens, seit sich wichtige Finanzierer der Leasingbranche – von der HSH Nordbank über die Sparkasse Köln-Bonn bis zur genossenschaftlichen VR Diskontbank – von der Finanzierung fremder Leasinggesellschaften zurückgezogen haben, ist die Geldbeschaffung für viele Anbieter ein zentrales Thema geworden. Zumal die Refinanzierung über Verbriefungen bis vor kurzem auch so gut wie unmöglich war.

HB FRANKFURT. „Bei dem überwiegenden Teil der Leasingunternehmen haben sich die Refinanzierungsbedingungen verschlechtert“, schreibt der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) denn auch in seinem jüngsten Newsletter. Bereits in den ersten drei Monaten des Jahres mussten Leasingfirmen laut Statistik der Bundesbank mit einem um 4,6 Prozent geschrumpften Darlehensbestand auskommen.

Helfer in der Not soll die staatliche Förderbank KfW sein. Leasinggesellschaften, die weder zu einer Bank noch zu einem Herstellerunternehmen gehören, können seit einigen Wochen dort eine Kreditfinanzierung bekommen. Nach Informationen des Handelsblatts liegen der KfW mittlerweile erste Anträge vor. Die Leasinganbieter können damit auf den Topf zugreifen, der ursprünglich nur für Unternehmen, die nicht aus der Finanzbranche stammen, vorgesehen war. Dieser umfasst – abzüglich der Großdarlehen für Banken im Umfang von zehn Mrd. Euro – 30 Mrd. Euro.

Parallel gibt es auch vom Kapitalmarkt erfreuliche Nachrichten. So wecken Verbriefungen der britischen Lloyds Banking Group und der VW Leasing die Hoffnung, dass sich der Verbriefungsmarkt wieder aus seiner zwei Jahre dauernden Schockstarre löst und sich auch dieser Weg der Refinanzierung wieder öffnet. VW-Leasing erhöhte das Volumen seiner kurzlaufenden, mit Autoleasing-Krediten besicherten verbrieften Anleihe sogar um 44 Mio. auf 519 Mio. Euro. Bei Verbriefungen gliedern Finanzinstitute Kredite aus ihrer Bilanz aus und übertragen sie auf eine Zweckgesellschaft. Diese begibt dann Anleihen in verschiedenen Risikoklassen, die mit den Forderungen besichert sind.

So gibt es erste Lichtblicke in der Refinanzierung. Und angesichts von Problemen wie steigenden Ausfallraten sind einige Experten auch der Ansicht, dass die Refinanzierung nicht das Hauptproblem der Branche ist. „Natürlich ist die Refinanzierung schwieriger geworden, aber nicht unmöglich“, sagt der Vorstandschef der VR Leasing, Reinhard Gödel. „Eine akute Liquiditätslücke sehe ich nicht.“ Die kleinen Leasinggesellschaften hielten sich relativ stabil, da sie über regionale Institute finanziert würden. Die erwartete Konsolidierungswelle sei dort deshalb ausgeblieben.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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