ILFC
Flugzeugleasing feiert großes Comeback

ILFC ist die weltgrößte Flugzeugleasingfirma. Als der sonst so hilfreiche Mutterkonzern AIG im Rahmen der Finanzkrise fast kollabierte, drohte das Aus. Gerade erholt, macht sich ILFC nun hübsch für potenzielle Käufer - denn AIG braucht Geld.

PARIS/NEW YORK. Der weltgrößte Flugzeugverleaser ILFC will nach einer schmerzhaften Rosskur wieder angreifen. Die Tochter des Skandalversicherers AIG befindet sich in Gesprächen mit Flugzeugherstellern um erstmals seit 2007 wieder neue Maschinen zu bestellen. "Wenn sich eine passende Gelegenheit ergibt, sind wir wieder in der Lage, neue Flugzeuge zu kaufen. Wir reden beständig mit den Herstellern", sagte Finanzvorstand Fred Cromer dem Handelsblatt.

Dabei profitiert ILFC von einem nach der Finanzkrise wieder steigenden Bedarf der Fluglinien an Maschinen und einer wachsenden Neigung, diese zu leasen und nicht zu kaufen. Das lässt auf wieder wachsende Gewinne hoffen, die ILFC attraktiv für Käufer machen.

Denn die Mutter AIG braucht dringend Geld. Schließlich musste sie 2008 von der US-Regierung vor dem Zusammenbruch bewahrt werden und schuldet dem US-Steuerzahler derzeit noch rund 100 Mrd. Dollar. "Wir versuchen ILFC zu stärken und alles, was gut ist für ILFC, ist gut für AIG oder jeden anderen Eigentümer", sagte Cromer. Auf die Frage, wann ein Verkauf anstehen könne, sagte er lediglich: "Wir sind keine Versicherung und wir gehören nicht zum Kerngeschäft von AIG."

Die 1973 gegründete International Lease Finance Corporation ist einer der wichtigsten Kunden für die beiden dominierenden Hersteller Boeing und Airbus. Der Konzern besitzt mehr als 900 Flugzeuge, die an Fluglinien in aller Welt verleast, also quasi vermietet sind. Nicht nur wegen der boomenden Weltkonjunktur lief das Geschäft bis 2008 für ILFC glänzend. Der Konzern könnte sich mit dem Toprating seiner Versicherungsmutter billig Geld leihen und dafür Flugzeuge kaufen und vermieten. Im letzten Jahr vor der Krise erzielte ILFC mit nur 170 Mitarbeitern 680 Mio. Dollar Gewinn.

Dann kam die Finanzkrise, durch die die bislang so hilfreiche Mutter AIG zur Bürde wurde. Deren Rating brach zusammen und plötzlich musste sich ILFC selbst um seine Bonität und die Refinanzierung kümmern. Fred Cromer und der im Mai 2010 an Bord geholte ILC-Chef Henri Coupon sahen sich gezwungen Flugzeuge zu verkaufen, um die Liquidität sicherzustellen. Seit dem Frühsommer gelang es ihnen, wieder in mehreren Schritten Anleihen am Markt zu platzieren und sich über zehn Mrd. Dollar zu beschaffen. Sie konnten so der US-Regierung und Banken insgesamt sechs Mrd. Dollar an Krediten zurückzahlen. "Damit haben wir bewiesen, dass wir wieder Zugang zum Kapitalmarkt haben.", sagte Cromer. Auf dieser Basis wolle man wieder wachsen. Es sei nun genügend Liquidität vorhanden, so dass man bis 2012 ohne neuerliche Kapitalmaßnahmen auskommen könne.

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