KWG-light
Rechnungslegung erhöht Aufwand für Leasinganbieter

Neue Bilanzierungsvorschriften stellen Leasinggesellschaften vor neue Herausforderungen. Die Komplexität für Analysten und Bilanzierer steigt - insbesondere die im Rahmen von "KWG-light" geänderten Bilanzierungsanforderungen sollten im Hinblick auf die Informationsbedürfnisse der Jahresabschlussadressaten zeitnah überdacht werden.

FRANKFURT. Die neuen aufsichtsrechtlichen Anforderungen (KWG-light) und die Klassifizierung von Leasinggesellschaften, die das Finanzierungsleasing als Finanzdienstleitungsinstitute betreiben, haben weitreichende Konsequenzen für die Rechnungslegung. Seit März liegt ferner ein Diskussionspapier vor, das Vorschläge zur zukünftigen Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach International Financial Reporting Standards (IFRS) beim Leasingnehmer unterbreitet.

Leasinggesellschaften, die als Finanzdienstleistungsinstitute klassifiziert werden, müssen die entsprechenden Rechnungslegungsvorschriften anwenden. Danach sind unabhängig von der Größe und der Rechtsform ein Einzel- beziehungsweise ein Konzernabschluss zu erstellen. Hierbei sind die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften zu beachten, was zu erweiterten Aufstellungspflichten führt.

Die Umsetzung der für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute spezifischen Formblätter für den Jahresabschluss stellt eine weitere Herausforderung dar. Diese berücksichtigen leasingtypische Besonderheiten nur unzureichend. So sind Erträge und Aufwendungen aus dem Leasinggeschäft nicht mehr gesondert in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung, sondern unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen auszuweisen. Auch für Banken typische Wahlrechte zur Bildung stiller und offener Reserven können nun genutzt werden.

Eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird dadurch erschwert. Erst umfassende Anhangangaben und ergänzende Erläuterungen schaffen die für den Jahresabschlussadressaten - beispielsweise für Ratingagenturen und für Refinanzierer - erforderliche Transparenz. Die Leasingbilanzierung nach IAS 17 wird häufig kritisiert, da sie die Möglichkeit bietet, Leasingverhältnisse so zu gestalten, dass sie nicht in der Bilanz des Leasingnehmers erscheinen. Im aktuellen Diskussionspapier wird vorgeschlagen, das Recht auf Nutzung des Leasingobjekts über die Vertragslaufzeit (Right of Use) als Vermögenswert zu aktivieren.

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