Leasing-Angebot
Sixt baut Elektroflotte auf

Erich Sixt denkt um: Noch vor wenigen Monaten zeigte der Chef des gleichnamigen Autovermieters wenig Glauben an die Elektroautos, nun baut er ein bundesweites Leasingangebot damit auf. Der Münchner Autovermieter ordert für seine Leasingtochter Stromflitzer - aber nicht bei einem Automobilkonzern,sondern bei einem Mittelständler.

Im Sommer wiegelte Erich Sixt noch ab. "Das Elektroauto kann nicht funktionieren, weil das Batterieproblem noch nicht gelöst ist", sagte der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Autovermieters Sixt damals in einem Interview. Vier Monate später begeistert sich der Unternehmer doch für die neue Technologie: Sixt baut ein bundesweites Leasingangebot mit Elektroautos auf.

Hierfür kauft die Konzerntochter Sixt Leasing in den kommenden zwei Jahren 975 Elektroautos vom Typ Stromos. Das sieht ein Kooperationsvertrag vor, der diesen Monat in Kraft tritt. Das Auto hat der nordhessische Autozulieferer Fräger entwickelt, gebaut wird es jetzt von dessen Schwesterunternehmen German E-Cars.

Im ersten Schritt will Sixt die Autos vor allem Unternehmen, Flottenbetreibern und Kommunen zum Leasing anbieten - und das möglichst bald. "Wir gehen davon aus, dass wir die ersten Stromos bereits Ende des Jahres an Sixt übergeben werden", sagt Dirk Fräger, Chef von German E-Cars und der Fräger-Gruppe. Später will Sixt auch seinen Leihwagenpark mit den Elektroflitzern ausrüsten. Dem Vernehmen nach sprechen Sixt und German E-Cars schon darüber.

Die Straßenzulassung für den Stromos hat German E-Cars im Frühjahr erhalten. Das Auto basiert auf dem Kleinwagen Suzuki Splash, gleicht aber nur äußerlich und in der Sicherheitsausstattung dem herkömmlichen Modell. Ansonsten baut Dirk Fräger einen völlig neuen Antriebsstrang mit Bremsenergie-Rückgewinnung und Lithium-Ionen-Akkus ein.

Der als Stadtauto entwickelte Fünftürer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern, kann mit einer Batterieladung mehr als 100 Kilometern weit fahren und benötigt auf dieser Strecke Strom für rund zwei Euro. Das Laden des Akkus mit 230 Volt dauert etwa sechs Stunden.

Mit einem Nettopreis von 35 000 Euro ist der Stromos günstiger als das Elektroauto, das Sixt derzeit zu Testzwecken vermietet: ein umgerüsteter Fiat 500, der mehr als 49 000 Euro kostet. Dirk Fräger werde mit seinem Auto dennoch Geld verdienen. "Als Mittelständler könnten wir es uns nicht leisten, draufzulegen", sagt er. "Wir beweisen mit dem Stromos, dass man heute schon in Deutschland ein voll alltagstaugliches Elektroauto zu einem vertretbaren Preis bauen kann."

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