Leasing-Objekte
Externe helfen bei der Bewertung

Die zuverlässige Bewertung von Leasing-Objekten ist heute wichtiger denn je, müssen die Firmen doch die Mindestanforderungen des Risikomanagements erfüllen. Die Gesellschaften stehen damit vor enormen Herausforderungen.

ERDING. Was kostet eine durch Leasing finanzierte Maschine in zwei Jahren? Welchen Restwert hat eine Produktionsstraße am Ende der Leasing-Laufzeit? Wie kann ein Leasing-Objekt kurzfristig vermarktet werden, wenn der Leasing-Nehmer insolvent wird? All diese Fragen müssen Leasing-Gesellschaften beantworten können. Und die zuverlässige Bewertung von Leasing-Objekten ist heute wichtiger denn je. Denn seit sie durch das Kreditwesengesetz (KWG) reguliert werden, muss ihr Risikosystem die Mindestanforderungen des Risikomanagements (MaRisk) erfüllen. Und das schließt die Wertentwicklung ihrer Leasing-Objekte ein.

Das professionelle Management dieser Risiken hat großen Einfluss auf das Rating von Leasing-Anbietern und deren Refinanzierungsmöglichkeiten. Die Gesellschaften stehen damit vor enormen Herausforderungen. Denn die Bewertung und die möglicherweise kurzfristige Verwertung von Leasing-Objekten zählt nicht zu ihren Kernkompetenzen. Doch eine Leasing-Gesellschaft kann für ihr Risikomanagement externe Hilfe etwa von Verwertungs- und Bewertungsgesellschaften in Anspruch nehmen. So kann sie die Wertentwicklung und die späteren Absatzmöglichkeiten einer Maschine oder Anlage noch vor der Finanzierung von einem Verwertungs- und Bewertungsdienstleister analysieren lassen. Dabei stützt sich eine solche Analyse nicht auf theoretische Annahmen wie Abschreibungstabellen, sondern vor allem auf eigene Recherchen am Markt. Durch ein solches Gutachten kann eine Leasing-Gesellschaft besser entscheiden, ob sie einer Finanzierung zustimmt und welche Leasing-Konditionen sie ansetzt.

Externe Bewertung ist auch bei Sale-and-Lease-back gefragt

Leasing-Gesellschaften sind angesichts wachsender regulatorischer Anforderungen und sich schnell verändernder Märkte stärker als früher auf zuverlässige Informationen über die Leasing-Objekte angewiesen. Die gestiegenen Ausfallquoten während der Finanzkrise haben dies klar gezeigt. Eine professionelle Bewertung und Verwertung erleichtert den Abschluss von Leasing-Geschäften und schützt vor Forderungsausfällen. Die Bewertung von Leasing-Objekten ist auch im Rahmen eines Sale-and-lease-back-Geschäfts von besonderer Bedeutung. Bietet ein Unternehmen eine Maschine zum Kauf an, um diese anschließend zurück zu leasen, kann die Leasing-Gesellschaft zunächst den genauen Marktwert ermitteln lassen - als Grundlage für den Kaufpreis und die Berechnung der Leasing-Konditionen.

Regelmäßig an ihre Grenzen stoßen Leasing-Gesellschaften, wenn sie Maschinen und Anlagen bei einer Insolvenz des Leasing-Nehmers kurzfristig verwerten müssen. Für die meist internationale Industrieversteigerung muss binnen kurzer Zeit ein Markt geschaffen werden. Hinzu kommen Demontage und Einlagerung der Objekte sowie Werbemaßnahmen über Landesgrenzen hinweg. Oft müssen auch Rechtsanwälte oder Insolvenzverwalter einbezogen werden. Durch den Einsatz von Dienstleistern können Leasing-Gesellschaften in der Regel ein deutlich höheres Verwertungsergebnis erzielen, als wenn sie die Objekte selbst vermarkten.

Peter Hämmerle ist öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator sowie geschäftsführender Gesellschafter der Hämmerle Unternehmensgruppe in Erding bei München.

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