Leasingbilanzierung
Neues Bilanzrecht sorgt für Diskussionen

Seit Jahren wird die Leasingbilanzierung, genauer die Leasingnehmerbilanzierung, von Analysten und anderen Jahresabschlussadressaten kritisiert.

HB FRANKFURT. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Unterzeichnung von Verbindlichkeiten in den Bilanzen der Leasingnehmer im Falle so genannter Operating Verträge. Bislang entstehen bei dieser Praxis Widersprüche zum Rahmenkonzept der International Financial Reporting Standards (IFRS), welche die Aufstellung international vergleichbarer Rechnungs- und Konzernabschlüsse regeln.

Seit 2006 haben sich unter anderem die Standardsetzer IASB und FASB diesem Thema gemeinsam angenommen. Die vorläufigen Ergebnisse der Gespräche wurden in einem Diskussionspapier im März 2009 veröffentlicht.

Nach den hier vorgestellten vorläufigen Resultaten soll die Bilanzierung beim Leasingnehmer zukünftig nach dem "Right of Use"-Ansatz erfolgen. Das bedeutet eine Abkehr von der Objektbilanzierung hin zu einer Bilanzierung von Rechten und Pflichten. Der "Right of Use"-Ansatz ist vor allem dadurch geprägt, dass zukünftig alle Leasinggeschäfte auf die gleiche Weise erfasst werden, nämlich "on balance". Eine Klassifizierung in Operate- und Finance Leases mit dahinter stehenden unterschiedlichen Bilanzierungskonzepten soll es demnach künftig nicht mehr geben.

Die Bedeutung dieses neuen Ansatzes zeigt sich auch in der Resonanz auf das Diskussionspapier. Mehr als 300 Kommentare gingen bei den Boards ein. Hiervon befürworten rund die Hälfte den neuen Ansatz und stimmen insbesondere mit der Bilanzierungsfähig- bzw. -notwendigkeit der Rechte und Verpflichtungen überein, die für den Leasingnehmer aus dem jeweiligen Leasingvertrag resultieren.

Die Bilanzwirksamkeit und die Gleichbehandlung aller Leasingverträge hat nämlich den entscheidenden Vorteil, dass die Vermögenslage ohne aufwändige Korrekturen direkt der Bilanz entnommen werden kann. Eine intensive Suche nach im Anhang enthaltenen Angaben - eine Arbeit, die Analysten sich häufig nicht machen - sowie auf Schätzungen beruhende Anpassungen würden mit den neuen Bilanzierungsregeln der Vergangenheit angehören.

Entsprechend wird erwartet, dass die Verhandlungspartner das Konzept des "Right of Use" auf ihrer nächsten Sitzung im Oktober 2009 grundsätzlich bestätigen werden. Diese Annahme gilt umso mehr mit Blick auf den ambitionierten Zeitplan. Demnach soll der finale Standard bereits im Jahr 2011 veröffentlicht sein, endgültig in Kraft treten sollen die neuen Regelungen lediglich ein Jahr später im Jahr 2012.

Seite 1:

Neues Bilanzrecht sorgt für Diskussionen

Seite 2:

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%