Leasingunternehmen
Suche nach neuen Wegen zum Geld

Banken haben es gut, zumindest im Vergleich zu Leasingunternehmen: Während erstere, falls "sytemrelevant", unter höchstem Einsatz gerettet werden, sind für die Leasingbranche keine Rettungspakete in Sicht. Die Finanzkrise trifft Leasinggesellschaften oft härter als die Banken - eine Umstrukturierung ist teuer.

FRANKFURT. Dazu kommen neue regulatorische Anforderungen. Das steuerliche "Bankenprivileg" entpuppt sich als Danaergeschenk - nun müssen Finanzierungsleasinggesellschaften teuer umstrukturieren: Künftig müssen sie, als Finanzdienstleistungsinstitute nach dem KWG, Risiken nach den Mindestanforderungen an das Risikomanagement behandeln. Gerade für kleinere Unternehmen ist die damit notwendige personelle Trennung von Markt und Markfolge und die Besetzung der Innenrevision schwierig.

Auch muss die Bilanz nach der Verordnung über die Rechnungslegung der Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute erstellt werden. Das darf nur ein den Anforderungen der BaFin genügender Wirtschaftsprüfer - kleinere lokale Anbieter sind außen vor, große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kosten viel Geld. Und: Bereits bestehende Outsourcingverträge, etwa mit ausländischen Mutterunternehmen, genügen vielfach den Anforderungen des KWG nicht. Für kleinere Unternehmen der Branche dürften diese Anforderungen in Summe zu hoch sein; unter der Hand wird mit einem Konsolidierungspotenzial von etwa 20 Prozent gerechnet.

Wegen der Zurückhaltung der Banken bei der Refinanzierung gewinnen alternative Finanzierungsformen an Gewicht. So werden Leasingforderungen etwa als Asset Backed Securities (ABS) am Kapitalmarkt verbrieft und so Liquidität gewonnen. Zum Einsatz kommen dabei meist Conduit-Transaktionen, bei denen kleinere Forderungsportfolios gebündelt und dann gegen den Gesamtpool regelmäßig kurzfristige Anleihen am Kapitalmarkt gegeben werden. Abnehmer sind meist Banken, die ABS-Papiere unter bestimmten Bedingungen bei der EZB hinterlegen und sich so über das Eurosystem refinanzieren können. Eine weitere Möglichkeit ist das Asset Based Lending. Dabei werden Darlehen auf Basis der Leasingforderungen vergeben oder diese forfaitiert.

Letztlich könnten große Finanzleasinggesellschaften auch Mittel aus dem SoFFin beantragen. Als Finanzdienstleistungsinstitute sind sie, jedenfalls nach dem Gesetzeswortlaut, antragsberechtigt. Automobilbanken, im Bereich Kfz-Finanzierung Wettbewerber von Leasingunternehmen, haben diesen Weg bereits beschritten.

*Robert Hofbauer ist Rechtsanwalt in der Praxisgruppe Finance & Projects der Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper.

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