Neugeschäft
Marktanteile verschieben sich

Auch das Leasingsegment Fahrzeuge musste im Neugeschäft für das erste Halbjahr 2009 insgesamt Rückgänge in zweistelliger Höhe gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verzeichnen.

HB PADERBORN. "Fahrzeugleasinggesellschaften versuchen derzeit, bestehende Verträge zu verlängern, um Restwertrisiken zu minimieren und fahren dadurch weniger Neugeschäft ein", sagt Holger Rost, Geschäftsführer der Comco Autoleasing und Vorsitzender des Öffentlichkeitsarbeitsausschusses beim Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL). Diese Geschäftspolitik bestätigt etwa auch die Leaseplan als markenunabhängige Gesellschaft, ebenso die BMW-Tochter Alphabet Fuhrparkmanagement. Sie hat dem Vernehmen nach bestehende Verträge auf eigenen und Kundenwunsch verlängert, aber auch Kunden ausgesteuert.

Die Höhe der Rückgänge fällt jedoch sehr unterschiedlich aus: Laut Trendmeldung BDL hatten ihre herstellernahen Autoleasinggesellschaften mit rund 75 Prozent aller Fahrzeugleasingverträge im Bestand, bei den Anschaffungswerten von Leasing- Pkw und Kombi im ersten Halbjahr im Schnitt einen Rückgang von 12,9 Prozent zu verzeichnen, die nicht herstellernahen dagegen ein Minus von 20,9. Dabei hielt sich Marktführer Volkswagen Leasing eigenen Angaben zufolge "etwa auf Vorjahresniveau" und erzielte im Großkundengeschäft einen Zuwachs von mehr als 13 Prozent. "Wir konnten hier neue Kunden von anderen Leasinggesellschaften gewinnen und auslaufende Verträge durch neue ersetzen", sagt Lars-Henner Santelmann, Sprecher der Geschäftsführung.

Auch die Mercedes-Benz Bank meldet mit minus zwei Prozent der Leasingneuverträge bei minus vier Prozent des Anschaffungsvolumens nur einen relativ geringen Rückgang. Sie verzeichnete "Wachstum im Privatkundenleasing mit einem speziell entwickelten Mobilitätspaket", so Anthony Bandmann, Vorstandsmitglied der Bank.

Herstellerverbundene Leasinggesellschaften sind von Refinanzierungsklemmen weniger betroffen. Sie können sich weitgehend konzernintern refinanzieren, darüber hinaus Anleihen begeben oder sich über Asset Backed Securities (ABS) Liquidität verschaffen. Volkswagen, Mercedes und BMW stehen zudem Mittel in Milliardenhöhe aus ihrem Einlagengeschäft zur Verfügung, das gerade seit 2008 erheblich zugelegt hat. Herstellerverbundene Gesellschaften können zudem Leasingrückläufer direkt über ihre Händlerorganisationen vermarkten.

"So erzielen wir im Schnitt etwa fünf Prozent mehr als bei einem Verkauf über sonstige Vertriebskanäle", sagt ein Sprecher der Volkswagen Leasing. Besonders nachteilig wirken sich die derzeit schwierigen Marktverhältnisse und Refinanzierungsprobleme auf die weder hersteller- noch bankenverbundenen Leasinggesellschaften aus. "Nur solche mit risikoorientierter Geschäftspolitik, solventem Kundenportfolio und soliden Refinanzierungspartnern können diese Krise meistern", sagt Branchenkenner Rost.

Für diese greift jetzt ein KfW-Programm, das Kredite zu marktüblichen Zinsen gewährt, allerdings für Leasinggesellschaften nur unter Einbindung der Hausbank. "Das macht die Abwicklung kompliziert und gibt Anlass zur Sorge, ob das Programm auch schnell genug greift", sagt Matthias Pytlik, Referatsleiter Betriebswirtschaft und Finanzierung beim BDL.

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