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Spektakulärer Fossilienfund: Kleine Fische an der Wiege der Menschheit

Ungewöhnlich viele gut erhaltene Fischfossilien haben Münchner Forscher in Kenia entdeckt. Im Rift Valley, rund 300 Kilometer nordwestlich von Nairobi, stießen die Paläontologen auf fast 170 Versteinerungen.

Kleine Fische, große Erkenntnisse: Forscher haben in Kenia uralte Fischfossilien entdeckt. Foto: Bettina Reichenbacher/LMU Quelle: dpa
Kleine Fische, große Erkenntnisse: Forscher haben in Kenia uralte Fischfossilien entdeckt. Foto: Bettina Reichenbacher/LMUQuelle: dpa

München/Nairobi"Es ist sehr selten, dass so viele Fisch-Fossilien auf einmal entdeckt werden und diese dann auch noch so gut erhalten sind", berichtet Professorin Bettina Reichenbacher. Die Fossilien aus acht Fundstellen seien zwischen zehn und zwölf Millionen Jahre alt. Sie werden nun mit Genehmigung der kenianischen Behörden in München untersucht.

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Die Wissenschaftler vermuten, dass die Fische durch den Einfluss von Vulkanismus gestorben sind. "Viele Fisch-Fossilien haben ein geöffnetes Maul, was dafür sprechen könnte, dass sie erstickt sind", ergänzte Reichenbacher. Womöglich seien die Fische unter Vulkanasche begraben worden. Das könne auch der Grund dafür sein, dass sie noch so gut erhalten sind.

Das Rift Valley in Kenia gilt als Wiege der Menschheit seit Anthropologen dort die Überreste menschlicher Urahnen gefunden haben. Einheimische haben die Forscher auf die Fisch-Fossilien aufmerksam gemacht und ihnen bei der Orientierung in dem unwegsamen Gelände in der Gebirgskette Tugen Hills geholfen. "Das ist der Schlüssel unseres Erfolges", sagte Reichenbacher.

Der kleinste Fisch, dessen Überreste gefunden wurden, ist in etwa fünf Zentimeter lang, der größte misst rund 30 Zentimeter. Die Wissenschaftler erwarten, dass unter den Fossilien mehrere neue Arten sind. Im heutigen Afrika gebe es rund 3.000 Arten von Süßwasserfischen, erläuterte Reichenbacher. Als Fossilien seien aber bislang weniger als 60 Arten entdeckt worden. «Die Auswertung wird uns Informationen über die Evolution der Fischfauna nicht nur in Kenia, sondern in ganz Afrika geben», ergänzte die Wissenschaftlerin.

Fossilienfunde sind wichtig, um die Evolutionsgeschichte zu verstehen. Paläontologen können aus ihnen Rückschlüsse auf die damalige Umwelt und das damalige Klima ziehen - in Kenia zum Beispiel, wann das Grasland entstanden ist. Für Reichenbacher ist das von großer Bedeutung. Denn die Entstehung von Grasländern prägte die Entwicklung der sogenannten Hominiden, Vorläufer des heutigen Menschen. Bislang gebe es widersprüchliche Berichte darüber, wann das Grasland entstanden sei, sagte Reichenbacher.

Quelle: dpa
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