
BraunschweigNach dem Ausfall von Arjen Robben und Franck Ribéry sorgte Müller auf der rechten Außenbahn für die wenigen spielerischen Höhepunkte. «Er war agil und laufstark. Sein Spiel hat mir imponiert», lobte Bayern-Coach Jupp Heynckes den Nationalspieler.
Ansonsten ließ die Partie, die für viele der 23 645 Zuschauer im Stadion und für 6,05 Millionen ARD-Zuschauer am Montagabend eher ein Langweiler als ein Pokal-Kampf auf Biegen und Brechen war, kaum Rückschlüsse auf das Sonntag-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach zu.
«Das war kein schlechtes Spiel von uns. Rechts bin ich einen Tick besser», bedankte sich Müller für die Maßnahme des Trainers, ihn auf dieser Seite einzusetzen. Ein besonderes Geheimnis für seine bemerkenswerte Frühform gebe es nicht. «Ich habe weder mein Training noch meine Ernährung umgestellt», scherzte der 21-Jährige.
Er holte mit seinen Vorstößen zwei von Mario Gomez (9.) und «Geburtstagskind» Bastian Schweinsteiger (39.) verwandelte Foulelfmeter heraus und krönte seine starke Leistung mit dem Treffer zum Endstand in der 83. Minute. «Wir haben eine souveräne Leistung gezeigt und den Gegner nicht stark gemacht. Das Spiel gegen den Ball funktioniert immer besser, hinten haben wir gut agiert», analysierte Heynckes.
Auch er durfte sich bei seiner Pflichtspiel-Rückkehr als Gewinner fühlen. Die knifflige Aufgabe, ohne das Kreativ-Duo «Robbery» gegen den euphorisierten Zweitliga-Spitzenreiter antreten zu müssen, lösten die Bayern fast fehlerlos und sehr konzentriert. Die Münchner ließen den Ball oft minutenlang in den eigenen Reihen zirkulieren, ohne dass ein Eintracht-Spieler eingreifen konnte. «Der FC Bayern muss in der Lage sein, zwei Top-Leute zu ersetzen», sagte Heynckes.
Ähnlich wie Müller fühlte sich Toni Kroos vom Bayern-Coach im zentralen Mittelfeld gut aufgestellt. «Da kann ich freier spielen und mich intuitiv bewegen», erklärte Kroos. «Die Spieler haben verstanden, was ich will. Aber nach vier Wochen ist noch nicht alles optimal», berichtete Heynckes über den Annäherungsprozess. Die Fortschritte bestätigte auch Kapitän Philipp Lahm: «Wir wollten mit viel Geduld spielen, die Taktik ist aufgegangen.»
«Die Bayern haben das sensationell gespielt», lobte Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht den Sieger. Das war selbst Heynckes etwas zu dick aufgetragen. «Ich bewerte das Spiel nicht über», meinte der Bayern-Trainer. Der Respekt der Braunschweiger Spieler war dafür auch zu groß. «Ich hätte mir vor allem in der ersten Halbzeit mehr Mut gewünscht», gestand Lieberknecht.
Ein Beinbruch war die Niederlage aber nicht. Die Braunschweiger Fans feierten lieber die Tabellenführung in der 2. Liga als über das Pokal-Aus traurig zu sein. «Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen», sagte Kapitän Dennis Kruppke. Und Lieberknecht, der acht Jahre lang mit BVB-Coach Jürgen Klopp für Mainz gespielt hatte, freute sich an seinem 38. Geburtstag über ein besonderes Kollegen-Geschenk: «Ich darf ab heute zu Herrn Heynckes Jupp sagen.».