100 Länderspiele
Prinz Poldi, der Ungekrönte

Heute wird Lukas Podolski sein 100. Länderspiel bestreiten. Eine Marke, die auch Lahm und Schweinsteiger bald knacken wollen. Doch zur „Unsterblichkeit“ fehlt ihnen noch ein Titel.
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LwiwLukas Podolski macht nur den Anfang. Schon bei der Fußball-Europameisterschaft steigt der „ewige Poldi“ im Alter von gerade einmal 27 Jahren in den elitären „Club der Hunderter“ auf. Und damit ist der Kölsche Jung lediglich der Erste aus der von den Kapitänen Philipp Lahm (28) und Bastian Schweinsteiger (27) angeführten „Generation 100“, die bei allem Stolz auf ihre nun bald kollektiv dreistellige Länderspielzahl eine unerfüllte Sehnsucht teilt. Podolski sprach sie vor seinem erhofften Jubiläumseinsatz am Sonntag in Lwiw gegen Dänemark selbst an: „Uns fehlt noch ein Titel!“

Podolski, Schweinsteiger (92 Einsätze vor Dänemark) und Lahm (88) gehören seit 2004 sozusagen zum Inventar der Nationalmannschaft. Das immer noch junge Trio absolviert in Polen und der Ukraine bereits das fünfte große Turnier. Es sind zugleich die drei Spieler, die Joachim Löw in seinen sechs Jahren als Bundestrainer am häufigsten einsetzte.

Entsprechend schwärmte Löw vor dem Dänemark-Spiel von seinen drei Musterschülern: „In erster Linie bestechen diese Spieler, die jetzt an die 100 Länderspiele kommen, durch ihre Qualitäten und Fähigkeiten als Fußballer. Des weiteren natürlich auch durch ihren Charakter, der geprägt ist von professionellem Verhalten.“

Als „Riesenerfolg“ bewertet Löw den Aufstieg des Trios in den von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus mit 150 Einsätzen angeführten Hunderter-Club, in den Podolski erst als zehnter deutscher Akteur vorstößt. „Ich habe immer gesagt: 100 Länderspiele ist ein Ziel, eine Marke, ein Traum“, erklärte der Jubilar. „Ich fühle mich sauwohl im Nationalteam und hoffe, dass es noch ein paar Jahre weitergeht.“

Die groß gewordene Generation um die Sommermärchen-Lieblinge „Poldi und Schweini“ profitierte 2004 vom zweiten EM-Desaster der deutschen Nationalmannschaft binnen vier Jahren. Jürgen Klinsmann setzte konsequent auf die Jugend, Löw führt das - noch verschärft - fort. Die Zeiten im deutschen Fußball haben sich radikal verändert.

Trau keinem über 30 lautet das Motto anno 2012, wie Kapitän Lahm in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ bestätigte: „Man muss sich nur die Konstellation in unserer Mannschaft anschauen. Es kommen ständig talentierte Spieler nach mit hoher Qualität. Da wird es für die Älteren schwer, das Tempo weiterzugehen. Früher hat man gesagt, von 28 bis 32 ist das perfekte Fußballalter. Das ist heute anders. Heute liegt es so zwischen 24 und 30, vielleicht 32.“ In Löws EM-Startelf stand kein Ü 30-Spieler - Lahm, Schweinsteiger, Podolski waren die ältesten im schwarz-rot-goldenen Nationalteam.

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