Fußball-EM 2012

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4,1 Millionen Trikots verkauft: England ist Europameister

Immerhin ein Titel für England: Ausrüster Umbro hat bei der Europameisterschaft mit Abstand die meisten Trikots verkauft. Paradox: Das Unternehmen aus Manchester gehört trotzdem zu den großen Verlieren.

Erfolglos EM, erfolgreiche Trikots: Scott Parker und Wayne Rooney Quelle: dpa
Erfolglos EM, erfolgreiche Trikots: Scott Parker und Wayne Rooney Quelle: dpa

KölnDie fußballverrückten englischen Fans holen zumindest einen Titel in ihr Land: Dank ihrer Kauflust verzeichnet der kleine Ausrüster Umbro aus Manchester die meisten Trikotverkäufe: Auf 4,1 Millionen Hemden taxiert Sportsponsoring-Berater Peter Rohlmann den Umbro-Absatz bei der EM - das ist mehr als die Hälfte des gesamten Fan-Trikot-Absatzes aller 16 Teilnehmernationen. Adidas, Nike und Puma bringen gemeinsam also weniger Trikots an den Fan, obwohl sie 13 Teams ausrüsten. Umbro hat auch Schweden und Irland unter Vertrag.

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„Umbro lebt von den Trikots der englischen Nationalmannschaft“, sagt Rohlmann, Chef der Beratungsfirma PR Marketing in Rheine. „Als sich England 2008 nicht für die EM qualifiziert hatte, wurden nur eine Million Trikots verkauft. Jetzt hingegen sind es über drei Millionen.“ Doch die Außenseitermarke ist insgesamt auf keinem guten Kurs: 2008 wurde sie von Nike gekauft, doch die Trennung ist schon beschlossene Sache. „Mit sofortiger Wirkung“ beginne die Suche nach einem Käufer, sagte Nike-Chef Mark Parker Ende Mai. Spätestens im Juni 2013 soll Umbro abgestoßen sein.

Die EM-Trikots im Stilcheck Très chic, Les Bleus!

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„Nikes Versuch, über Umbro und das Mutterland des Fußballs stärkeren Einfluss auf das europäische Ausrüstergeschäft zu erhalten, darf als gescheitert gelten“, sagt Rohlmann. Umbros Portfolio renommierter Klubs ist arg ausgedünnt. Beim englischen Meister Manchester City steigt ausgerechnet die Noch-Mutter Nike ab 2013 in den bis 2019 geschlossenen Umbro-Vertrag ein und übernimmt das Ausrüsterrecht.

Umbro habe inzwischen an Wert eingebüßt, sagt Rohlmann: „Der Kaufpreis von damals 582 Millionen Dollar dürfte für Nike kaum mehr zu erzielen sein.“ Adidas-Chef Herbert Hainer hat bereits vor wenigen Tagen deutlich abgewinkt: Man sei im Fußball schon Marktführer und brauche keine weitere Marke. Mit Blick auf die EM-Trikots nennt Adidas etwas höhere Erwartungen als Rohlmann. „Zwei bis 2,5 Millionen Trikots werden wir verkaufen“, sagt eine Sprecherin. Kaufimpulse könnte das Finale bringen. Den Absatz stützen vor allem das Deutschland-Trikot mit über einer Million Stück - ein Rekordwert - und das Spanien-Trikot mit knapp einer Million.

Frankreichs Elf hingegen, die 2011 von Adidas zu Nike wechselte, bereitet dem US-Konzern kaum Freude: Weniger als 300 000 EM-Trikots kauften die Franzosen. Der bis 2018 gültige Vertrag hat mit 42 Millionen Euro im Jahr nur Rekordcharakter, was den Preis angeht.

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