EM in Polen und Ukraine
Deutsche Konzerne traben hinterher

Die EM in Polen und der Ukraine soll auch vielen deutschen Unternehmen die Kassen füllen. Gerade Elektromärkte und Bierbrauer reiben sich die Hände - Bau-, Reise- und Ausrüsterbranche verdienen jedoch überraschend wenig.
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FrankfurtWenn in Polen und der Ukraine der Ball rollt, soll auch in Deutschland die Kasse klingeln. Von Fußballschuhen über Bier und Fernseher wollen die Unternehmen fast alles verkaufen. Viel wird für Adidas & Co. allerdings vom Verlauf des Turniers abhängen - hält sich das deutsche Team lange, dürften sich die Trikots mit dem DFB-Adler zum Beispiel besser verkaufen. Meisterliche Gewinne dürften die Unternehmen nicht einfahren - für die meisten geht es bei Großereignissen aber ohnehin ums Image und um Markenpflege.

Von Sonderkonjunktur kann bei Adidas, Puma und Nike daher keine Rede sein. Die Umsätze sind längst eingeplant, und unter Umständen sogar mit teurer Werbung erkauft. Denn das Werben kostet erstmal Geld: Adidas rüstet sechs der qualifizierten EM-Teams aus und ist offizieller Sponsor des Turniers, Puma kleidet mit Italien und Tschechien zwei Mannschaften ein und hofft damit auf deren Weiterkommen. Auch Nike-Markenchef Charles Denson frohlockte kürzlich: „Dieser Sommer ist der perfekte Ausstellungsraum für unser Fußballgeschäft.“ Inklusive der Marke Umbro rüsten die Amerikaner acht Teams aus.

Auch die Hersteller von Fernsehern hoffen auf gute Geschäfte - selbst wenn die größte Welle der Umrüstung bei Flachbildschirmen vorbei ist. Der Branchenverband ZVEI rechnet in den nächsten Monaten dennoch mit steigenden Absätzen. „Das zweite Quartal mit der Fußball-Europameisterschaft wird bombastisch“, sagte ZVEI-Vizepräsident Hans-Joachim Kamp. Das ermuntert die Elektromärkte Media Markt und Saturn, auch diesmal wieder mit Werbeaktionen in die Offensive zu gehen.

Die Bierbrauer in Deutschland hoffen darauf, dass das deutsche Team die Fans lange mit Siegen bei Laune hält. „Kurzfristig belebt eine Fußball-Europameisterschaft schon den Bierabsatz“, sagt Marc-Oliver Huhnholz, Sprecher des Deutschen Brauer-Bundes. Doch das Geschäft kann auch buchstäblich ins Wasser fallen. Denn wenn die Brauereien zwischen großem Fußballturnier und einem guten Sommer wählen dürften, würden sie viel Sonne den Vorzug geben - dies wirke sich langfristig stärker auf den Umsatz aus.

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Bauunternehmen und Reisekonzerne außen vor

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  • Für die deutschen Firmen mag das gut gelaufen sein, aber die polnischen Firmen vor Ort haben nun das Nachsehen. Viele Betriebe (gerade der Baubranche) müssen nun Insolvenz anmelden. Natürlich kann nicht jede Insolvenz der EM in die Schuhe geschoben werden, aber dass dies direkt im Anschluss an die EM geschehen ist, ist schon auffällig.
    An sich ist die Ausrichtung der EM ja immer gut für die Wirtschaft des Austragungslandes, sowie deren umliegende Länder. Dass auch deutsche Firmen davon profitiert haben ist gut zu wissen.
    (Quelle der Infos über Polen: http://www.finance-magazin.de/maerkte-wirtschaft/weltwirtschaft/insolvenzwelle-nach-fussball-em-in-polen/ )

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