Exklusiv-Umfrage

Niemand traut den Fußballverbänden

Unsaubere Machenschaften und Korruptionsmief schaden dem Bild der Sportverbände in der Öffentlichkeit. Das zeigt eine repräsentative Umfrage für das Handelsblatt. Stark lädiert ist das Image der Fifa.
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FIFA-Präsident Joseph Blatter (m) im Gespräch mit seinen Kollegen vom afrikanischen Fußballverband, Issa Hayatou (l) und UEFA-Präsident Michel Platini beim jüngsten Fifa-Kongress in Budapest. Quelle: dapd

FIFA-Präsident Joseph Blatter (m) im Gespräch mit seinen Kollegen vom afrikanischen Fußballverband, Issa Hayatou (l) und UEFA-Präsident Michel Platini beim jüngsten Fifa-Kongress in Budapest.

(Foto: dapd)

KölnJoseph Blatter verbreitete Aufbruchstimmung: „Es geht darum, dass wir unsere Probleme lösen. Das schaffen wir nur zusammen. Blicken wir nach vorn in eine schöne und bessere Zukunft“, sagte er vergangene Woche beim Kongress des Weltfußballverbands Fifa in Budapest. Schmiergeldaffären innerhalb seiner Organisation hatten den Präsidenten 2011 in Erklärungsnot gebracht. Blatter gelobte Besserung. In Budapest stimmten die Fifa-Delegierten mit 192 Ja- und nur sieben Nein-Stimmen seinen Reformen zur Selbstreinigung zu.

Ob die Beschlüsse Früchte tragen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Das Image der Fifa hat deutliche Kratzer bekommen. Nur sieben Prozent der Deutschen halten die Funktionäre des Verbandes für unbestechlich, mehr als jeder Zweite vermutet in der Fifa unsaubere Machenschaften. Das ergab eine aktuelle Repräsentativerhebung des Meinungsforschungsinstituts Yougov für das „Handelsblatt“.

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Allerdings: Der europäische Fußballverband Uefa und das Internationale Olympische Komitee (IOC) schneiden in der Studie kaum besser ab. Nur neun Prozent der Befragten glauben, dass sich Uefa-Funktionäre nicht kaufen lassen, gerade mal zehn Prozent vertrauen in dieser Hinsicht dem IOC.

Nationale Sportverbände haben einen etwas besseren Ruf: Immerhin 19 Prozent der Deutschen vermuten, dass die Offiziellen im Deutschen Fußball-Bund (DFB) und im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unbestechlich sind.

Ein Ruhmesblatt ist das dennoch nicht: „Keiner der Verbände hat ein sehr gutes Image“, sagt Yougov-Vorstand Holger Geißler. „Wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt, bleibt das lange in den Köpfen hängen.“ So habe die Negativberichterstattung nach der umstrittenen Doppelvergabe der Fußballweltmeisterschaften nach Russland (2018) und Katar (2022) den Ruf der Verbände nachhaltig beschädigt. Auch wenn hier die Fifa verantwortlich war: Die anderen Topverbände litten ebenfalls. „Eine schlechte Reputation eines internationalen Sportverbandes strahlt negativ auf die anderen ab“, sagt Geißler.

Ein Sprecher nennt die Umfrage „substanzlos“
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