Hoffnung auf Absatzplus
Puma will über EM zurück ins Spiel finden

Sportartikelhersteller Puma hat es zuletzt wirtschaftlich nicht leicht gehabt. Doch Europameisterschaft und Olympia sollen nun die Wende bringen. Allerdings wird Hoffnungsträger Italien plötzlich zum Problemfall.
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London/Rom/DüsseldorfPuma rechnet dank der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen im Sommer doch noch mit einem guten Jahr. Die Großereignisse würden dem Sportartikel-Konzern helfen, die Probleme in Europa und China auszugleichen, sagte der Chef des Branchendritten, Franz Koch, der Nachrichtenagentur Reuters in London. Vor allem König Fußball soll es richten: "Wir wollen in der Fußball-Kategorie dieses Jahr zweistellig wachsen", bekräftigte Koch. Konkrete Zahlen nannte er aber nicht.

Nach dem mäßigen Jahresstart, der dem fränkischen Konzern überraschend einen Gewinnrückgang bescherte, bleibe die Lage angespannt: "Wir müssen weiter die Stürme in Europa überstehen." Die Schuldenkrise hatte die Verbraucher zuletzt verunsichert und den Umsatz von Puma in Europa um zwei Prozent schrumpfen lassen. Vor allem Griechenland sei schwierig. Puma kämpft aber auch mit Problemen in China und den USA, wo die größeren Marken Nike und Adidas sich großer Beliebtheit erfreuen.

Koch stützt seinen Optimismus nun auf neue Produkte, die bald auf den Markt kommen. "Wir glauben noch, dass 2012 für Puma ein erfolgreiches Jahr werden kann." Bei den Olympischen Spielen will die Marke mit der springenden Raubkatze vor allem mit Usain Bolt, dem schnellsten Mann der Welt, punkten. Bolt werde helfen, die neuen, besonders leichten Schuhe zu vermarkten.

Problematisch ist allerdings, dass, zumindest auf Seiten der Trikotausrüster, Puma nur zwei Eisen im EM-Feuer hat: Italien und Tschechien. Während der "Squadra Azzurra" zumindest Außenseiterchancen eingeräumt werden, zählen die Tschechen nicht zum Favoritenkreis. Zusätzlich droht beim Thema Italien Ungemach, da der Liga-Wettskandal sich zusehends auf die Nationalmannschaft auswirkt.

Genervt vom Wettskandal sehnt Italiens Fußball-Nationalelf derweil den Start der Europameisterschaft herbei. „Wir haben es so satt“, klagte der Chef des italienischen EM-Teams Demetrio Albertini. Der frustrierte Nationaltrainer Cesare Prandelli schloss sogar einen EM-Verzicht nicht mehr aus. „Wenn es unserem Fußball helfen würde, dass wir nicht zur Europameisterschaft fahren, dann wäre es kein Problem“, sagte der Coach am Freitag.

Auch wenn Prandelli offenbar bewusst provozieren möchte: Ein Rückzug wäre natürlich, so unwahrscheinlich er auch ist, GAU für Puma, die sich ohne eigenes Verschulden dann noch mit möglichen Imageproblemen herumschlagen müssten. Die ambitionierten Ziele würden von einem Skandal auch ohne EM-Verzicht sicher nicht unbeeindruckt bleiben.

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