Mediale Augenwischerei

EM wurde schon Monate vorher aufgezeichnet

Erst Löw, der einen Balljungen neckt, dann die weinende Deutschland-Anhängerin – beides vor dem Spiel aufgenommen, aber während der Partie ausgestrahlt. Jetzt ist klar: Die gesamte EM ist durchinszeniert. Eine Satire.
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Mario Balotelli zeigt seine Muskeln. Ein Bild, das sich ins kollektive Fußballgedächtnis eingebrannt hat. Kein Wunder: Es ist inszeniert. Quelle: dpa

Mario Balotelli zeigt seine Muskeln. Ein Bild, das sich ins kollektive Fußballgedächtnis eingebrannt hat. Kein Wunder: Es ist inszeniert.

(Foto: dpa)

Warschau?Es hätte das Meisterstück der Uefa werden sollen: eine reibungslose, perfekt durchgeplante EM mit wenigen Zwischenfällen. Doch offenbar hat die Fußballorganisation nicht genug Vertrauen in Polen und die Ukraine gehabt – und das gesamte Turnier schon vorher aufgezeichnet. Der Plan war perfekt, doch dann wollte die Uefa zu viel. Denn sie sendete während eines Spiels Szenen, die schon vor den Partien entstanden waren: Jogi Löw neckte einen Balljungen, eine Frau weinte bei der Partie Deutschland – Italien. Da dachten sich viele: Waren das wirklich die einzigen Zwischenfälle?

Jetzt ist klar: Nein, waren es nicht.

Die gesamte EM wurde bereits im Frühjahr aufgezeichnet, wie jetzt aus Kreisen der Uefa zu hören war. Einer der Gründe: „Das Wetter war einfach besser.“ Außerdem wollte man eventuellen Konflikten zwischen Staaten vorbeugen, etwa falls eine Ex-Präsidentin in den Hungerstreik tritt und damit die politischen Beziehungen belastet. vorbeugen, etwa falls eine Ex-Präsidentin in den Hungerstreik tritt und damit die politischen Beziehungen belastet.

Und auch die Europäische Union schien bei der Planung dieses medialen Blendwerks mitgewirkt zu haben: In einem internen Brief, der uns nicht vorliegt, wird die Uefa gebeten, die geheime „Aufzeichnung dann auszustrahlen, wenn gerade wichtige Entscheidungen zur Entwicklung der Europäischen Währungsunion (Fiskalpakt, ESM) getroffen werden“. So könne man sicherstellen, dass „die Bürger in Europa trotz einschneidender Veränderungen sich nicht über die Duelle im Europäischen Rat, sondern über die auf dem Fußballfeld unterhalten“.

Doch wie konnte das gelingen? Wer hat so viel Geld, Stadien zu bauen, Fußballmillionäre und Fans zu bestechen? Die Antwort: China. Die wachstumsstarke Nation hat ein paar seiner Dollardevisen locker gemacht und in seinem Hinterland schnell eine Fußballarena hochgezogen – in Zukunft sollten dort öfter Sportveranstaltungen abgehalten werden, die man zu Krisenzeiten schnell senden könnte. Die Europameisterschaft war das Pilotprojekt. Als kleinen Bonus hat die chinesische Liga noch ein paar Spieler bekommen: Frederic Kanoute, Didier Drogba, Nicolas Anelka, Lucas Barrios kicken jetzt nicht ohne Grund in Asien.

Innerhalb weniger Wochen waren die Spiele der EM effizient abgedreht. Dabei wurden ab den Halbfinalfinal-Spielen immer zwei Versionen aufgenommen, damit man schnell auf unvorhergesehene Ereignisse in der Euro-Politik reagieren konnte. „Wer glaubt denn im Ernst an Zufall, wenn Italien Deutschland sowohl in Brüssel als auch auf dem Fußballfeld besiegt?“, so ein Vertrauter mit der Materie. „Das war die Forderung der Medienbranche, damit diese billige Wortspiele machen und einfache Vergleiche zwischen Euro- und Fußballkrise ziehen kann.“

Und so finden sich auch andere Ereignisse im Fußballgeschehen wider: Wenn Großbritannien beim Fiskalpakt nicht mitmacht, dann dürfen sie eben auch nicht weiterkommen. Und wenn Frankreich mit Hollande plötzlich einen Anti-Sarkozy aufstellt, ist eben im Viertelfinale Schluss. Und für die Griechen könnte es auch in der Währungsunion wie auf dem Platz enden: Erst lässt man sie hoffen - und dann kickt Deutschland sie raus..

Nun steht nur noch das Finale zwischen Spanien und Italien bevor. Italiens Regierungschef Monti durfte sich schon Freitagabend als Sieger präsentieren, Spaniens Ministerpräsident Rajoy wurde hingegen kaum erwähnt. Daher soll sein Land zumindest die getürkte EM gewinnen. Trotzdem warnt ein Insider, dass man nicht darauf wetten sollte. Denn nicht umsonst steckt der italienische Fußball gerade mitten in einem Korruptionsskandal.

An dieser Satire haben mitgearbeitet: Simon Sturm und Lisa Hegemann.

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21 Kommentare zu "Mediale Augenwischerei: EM wurde schon Monate vorher aufgezeichnet"

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  • "DIE wachstumsstarke Nation hat ein paar SEINER Dollardevisen locker gemacht und in SEINEM Hinterland schnell eine Fußballarena hochgezogen..."
    Selbst in einer Satire sollte der Rechtschreibung und Grammatik Rechnung getragen werden.
    Selbstverständlich gilt das ebenso für Kommentare.

  • Brot und Spiele braucht das Volk um erfolgreich abgelenkt zu werden und sie vom Reflektieren und Denken abzuhalten. Hat ja prima geklappt... klappt schon seit dem alten Rom und früher... Wann wachen denn alle mal endlich auf?

  • Liebe Leser,

    um auch die letzten Restzweifel zu beseitigen, was den nicht vorhandenen Wahrheitsgehalt der Geschichte angeht, haben wir den Text nun explizit als "Satire" ausgezeichnet.

    Die Redaktion

  • So lustig dieser Artikel auch ist, so traurig ist diese ganze Angelegenheit wirklich. ESM und Fiskalpakt wurde genau wieder in die Fußballsaison zu geschoben und das sicherlich nicht ohne Grund! Wie war das mit der damaligen Steuererhöhung nochmal? Hm, gelacht habe ich aber trotzdem, obwohl das Thema an sich sehr ernst ist!

  • Schon mal was von Visual Effects gehört.... ? No Prob... selbst Clint Eastwood hat das geschafft. Und nebenbei das kann ja nur Fake sein, wo wir doch Europameister sind. Nur weil Angie die Millarden nicht rausrückt, haben wir kein Happy End.

  • *kopfschüttel*.... unglaublich. Die Autoren liegen wahrscheinlich mit Dauerlachanfällen und Schnappatmung irgendwo in der Ecke....

    @Mandrae: Warte mal ab, bis die Japaner wieder die Transformers frei lassen.... dann ist Schluß mit Lustig.

  • Glaube schon, dass Merkel & Co bei der Terminierung der ESM-Abstimmungen den EM-Spielplan im Hinterkopf hatten; es war der ideale Moment, um gegen die Interessen der "breiten" Masse zu entscheiden.
    Konnte mich deshalb recht schnell über das Ausscheiden der Deutschen Elf hinwegtrösten.

  • Bei diesen geistig beschränkten Kommentaren musste ich zuerst lachen - aber mittlerweile ist mir eher zum Heulen. Sind selbst die Leser des Handelsblatt dem (unteren) BILDungsniveau zuzuschreiben? Da ich Optimist bin, hoffe ich einfach nur, dass bestimmte Kommentare (SayTheTruth) ebenso ironisch gemeint sind wie der Artikel selber.

  • Es liegt klar auf der Hand. Das ganze ist nicht von irgendwelchen europäischen Politikern angeschoben. Nein, dafür ist auch nicht nur China verantwortlich. Das ist auch ein Plan der Nordkoreaner. Diese wollen nämlich gerade etwas davon ablenken, dass sie jetzt im großen Stil Photonentorpedos mit den Klingonen zusammen produzieren um dann ein Nordkoreanisch-Klingonisches Imperium auf der Erde zu errichten, Meiner! Im Übrigen sind nicht nur die Fußballspiele inszeniert. Die Eurokrise und der Stress an den Finanzmärkten soll auns auch von den eigentlichen Machenschaften ablenken, die gerade laufen. Die einzigen, die uns retten können, sind die Jungs von Elsterglanz. Die wissen Bescheid!

    In diesem Sinne, Mathias Andrae

  • Sorry, aber das kann man nicht wirklich glauben

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