Sieg über Griechenland
Deutschland ballert sich ins Halbfinale

Mit einer beeindruckenden Vorstellung ist das DFB-Team ins Halbfinale eingezogen. Gegen erwartungsgemäß extrem defensiv eingestellte Griechen hat Bundestrainer Joachim Löw genau die richtige Mischung gefunden.
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DanzigWie ein Wirbelwind ist Deutschland ins Halbfinale der EM und zu einem Weltrekord gestürmt. Auf dem Weg zum vierten Titel spielte die Auswahl von Rotationskünstler Joachim Löw die griechischen Maurermeister bisweilen schwindelig und steht nach einem 4:2 (1:0) zum siebten Mal bei einer EM-Endrunde unter den letzten Vier. Nach dem Rekord von 15 Pflichtspielsiegen in Serie, der vor den Augen der jubelnden Bundeskanzlerin Angela Merkel auch durch den 1:1-Ausgleich der Griechen nicht gefährdet war, wartet als nächste Hürde ein Klassiker: Am kommenden Donnerstag geht es in Warschau gegen England oder Italien.

Die deutsche Mannschaft war in allen Belangen überlegen und ließ nur kurzzeitig Spannung zu, ehe Sami Khedira (61.), Miroslav Klose (68.) und Marco Reus (74.) für den glanzvollen Sieg sorgten. Zuvor hatte Philipp Lahm (39.) die von Löw auf vier Positionen umformierte deutsche Auswahl beim Sturmlauf auf die griechische Mauer in Führung gebracht. Noch ehe Georgios Samaras das 1:1 erzielte (55.), hätte das einseitige Spiel längst entschieden sein können. Griechenland, Europameister von 2004, stand unter permanentem Druck und war beim Rauswurf aus der EURO-Zone noch gut bedient. Der zweite Treffer durch einen Handelfmeter von Dimitrios Salpingidis (89.) war nur Kosmetik.

Die deutsche Mannschaft, die endlich wieder an die Leichtigkeit der WM 2010 erinnerte, hätte nach einer Vielzahl hochkarätiger Chancen noch höher gewinnen müssen. Nicht zuletzt der Einsatz von Klose, Reus und André Schürrle, die Löw anstelle von Mario Gomez, Thomas Müller und Lukas Podolski in die Anfangsformation gestellt hatte, sorgte für frischen Wind. Müller kam in der 66. Minute für Schürrle, als Deutschland drauf und dran war, die Griechen auseinanderzunehmen. Am Ende durfte auch Gomez ein paar Minuten ran.

Von der guten alten Devise, ein siegreiches Team nie zu ändern, scheint Bundestrainer Löw wenig bis nichts zu halten, doch wieder einmal traf er mit einem goldenen Händchen die richtigen Entscheidungen. Dass nach dem dritten Sieg im dritten Gruppenspiel Jerome Boateng für Lars Bender wieder in die Startelf rücken würde, davon war auszugehen, die anderen Wechsel aber waren Überraschungen. Die Torschützen der ersten drei Spiele saßen auf der Bank, die Länderspiele und Länderspieltore von Müller und Podolski (130/54) wurden getauscht gegen bislang 21 Länderspiele und 8 Treffer.

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Griechenland findet offensiv kaum statt

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  • Alöter griechischer Vers:"Des Waldes Dunkel zieht mich an, doch muss zu meinem Wort ich stehn, und Meilen gehn, bevor ich schlafen kann; Meilen gehn, bevor ich schlafen kann!"

    Klartext: GR will auf ein 4:6 nachverhandeln weil D geballert hat und dieser Begriff in den Fußballregeln nicht vorkommt.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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