Besuch im DFB-Quartier
Wo die Weltmeister „den Fußball leben“

Koffer werden durchsucht, Handtaschen sowieso. Im DFB-Quartier herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zur Belohnung erzählt Manager Oliver Bierhoff, was er alles plant – entspannt und ohne Stress vor dem Spiel heute.

Évian-les-BainsWer durch Évian-les-Bains läuft, der hat das Gefühl, die französische Kleinstadt wurde nur deshalb gegründet, um der deutschen Fußball-Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich als Quartier zu dienen. Denn hier, direkt am Genfer See, ist es genauso, wie Teammanager Oliver Bierhoff sich das immer wünscht: entspannt, sehr ruhig und völlig gelassen. Und gleichzeitig wunderschön.

In dieser Atmosphäre, das weiß er aus Erfahrung, können sich die Spieler auf das Wesentliche, nämlich die anstehenden EM-Spiele, konzentrieren – nein fokussieren. Hier können sie trainieren, ihre Blessuren auskurieren, sich vorbereiten und trotzdem die schönen Dinge genießen. Hier „leben sie Fußball“, wie sich die Funktionäre und Trainer gerne ausdrücken.

Viel ist auch wirklich nicht los in Évian. Die Fußgängerzone bevölkern auch in den Tagen vor dem großen Turnier hauptsächlich Rentner, die hier ihren Sommer verbringen. Die meisten von ihnen kommen mit dem Schiff aus dem schweizerischen Lausanne. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt. Auch eine deutsche Reisegruppe hat zwei Tage in der Region verbracht, in der Hoffnung, einen ihrer großen Stars in der Stadt zu sehen.

Das ganz große Ziel, einem der berühmten Spieler für ein Autogramm oder ein Selfie nahe zu kommen, dürfte sich für die meisten nicht erfüllt haben. Denn das Vier-Sterne-Hotel, in dem „Die Mannschaft“ wohnt und zu dem ohnehin nur eine einzige Straße führt, ist hermetisch abgeriegelt. Das Trainings- und Medienzentrum ein paar hundert Meter entfernt ebenfalls.

Fast alle der 70 Mitarbeiter des EM-Stabs werden mit dem Auto hin- und herchauffiert. Oberhalb der Stadt hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Areal geschaffen, in dem möglichst wenig Unvorhergesehenes stattfinden soll. So müssen sämtliche der knapp 200 im Voraus angemeldeten Journalisten gründlich kontrolliert werden, bevor ihnen Einlass gewährt wird.

Koffer werden durchsucht, Handtaschen sowieso. Wer es in den Innenraum geschafft hat, der kann durchatmen. Ob es die Angst vor dem Terror ist oder der schlichte Wunsch nach totaler Diskretion: Was die strengen Kontrollen rechtfertigt, kann und will hier niemand beantworten. Der DFB will schlichtweg wissen, mit wem er es zu tun hat. Und das sind viele.

 

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Bierhoff: Im Interviewzelt die Ruhe selbst

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