DFB-Elf in der Analyse
Ein bisschen Change im Winning Team

Die EM-Partie gegen Nordirland war kein Gradmesser für die DFB-Auswahl. Deutschland war mehr sich selbst ein Gegner als die Nordiren. Die wichtigste Erkenntnis: Löws taktische Umstellungen greifen – wie so oft. 

ParisDie Tore haben gefehlt. Das ist die Quintessenz nach dem unnötig knappen 1:0-Erfolg der DFB-Auswahl gegen Nordirland am Dienstagabend. Die Überlegenheit drückt sich am besten in Zahlen aus: 79 Prozent Ballbesitz, so viel wie Spanien in seinen besten Zeiten; 28:2 Torschüsse, 719:196 gespielte Pässe, dazu eine Passquote von 91 Prozent.

Die Nordiren warteten im Prinzip nur am eigenen Strafraum auf die Tore. Und die Deutschen kreierten zahlreiche Chancen. Nur in einem waren sie besser: diese Chancen nicht zu verwerten. Auf den ersten Blick ist das ernüchternd. Während es bisher bei dieser EM noch nicht einmal im Kasten von Manuel Neuer geklingelt hat, konnte die Tormaschine Nationalmannschaft auf der anderen Seite erst dreimal das Spielgerät über die Linie drücken.

Das ist noch kein Grund zur Besorgnis, es kann ja in der Vorrunde nicht immer 4:0 gegen Portugal heißen – zumal die Gegner des Weltmeisters gern mit Mann und Maus verteidigen. Aber wie aufschlussreich ist dann die Partie gegen die „Ochsen“ aus Nordirland, wie Mario Gomez sie bezeichnete? Die Antwort ist eine Antithese zu den Freundschaftsspielen unter Joachim Löw: Jedes Pflichtspiel ist aufschlussreich.

Eindrücke aus Frankreich von der EM 2016
Aus dem Medienzentrum des Prinzenparks
„10 German Bombers“ in der U-Bahn
Fanwalk der Ungarn in Marseille
Fanwalk Hungary
Island ist da
Die Ungarn übrigens auch
Hinter den Kulissen
Die Lage in Paris
Engländer und Iren im Gesangsduell
In der dritten Halbzeit kicken auch die Fans
Public Viewing bei Irland gegen Schweden
Ein kurzer Zwischenbericht aus Lille
Deutsche Fans in Frankreich
Feiern auf der Fanmeile in Paris
Eindrücke vom Public Viewing
Angekommen in Paris

Diesmal gab das Spiel Auskunft darüber, wie Löw tiefstehende Gegner knacken will. Und mit welchem Personal er Stück für Stück über Lille in Richtung Paris kommen möchte. Die erste Lehre des Abends: Joshua Kimmich ist drin, Benedikt Höwedes ist raus. Es wird schnell und gerne vergessen, dass Höwedes‘ Defensivstärke über außen einer der Eckpfeiler des Weltmeistertitels von 2014 war.

Natürlich ist der Schalker spielerisch limitiert und am besten als Innenverteidiger. Doch gab es für Löw keinen Grund, Höwedes aus dem Team zu nehmen, da auch das zentrale Duo Hummels und Boateng gut mit ihm harmoniert. Als zum Auftakt gegen die Ukraine Mustafi ins Team rutschte, war der erfahrene Höwedes die logische Wahl, um die Viererkette zu vervollständigen. Auch, wenn er Leistung schuldig blieb.

Gegen Polen war der Auftritt deutlich solider. Löw hatte schon im Vorfeld angedeutet, dass er sein siegreiches Team ohne Not nicht umbauen würde. Es ist etwas, was der Bundestrainer sicher durchzieht und was kurioserweise die zweiten Turnierspiele meist wenig erfolgreich werden lässt. Aber nur so kann der Bundestrainer genug von seinen Spielern sehen, um eine finale Entscheidung für den Turnierverlauf zu treffen.

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