DFB verlängert Vertrag mit Adidas
Wie Stiefel und Stollen

Seit dem „Wunder von Bern“ sind Adidas und der DFB zusammen. Das wird auch in den nächsten Jahren so bleiben – doch Adidas zahlt künftig viel mehr Geld an die Fußballer. Für die Fans sind das keine guten Nachrichten.

MünchenDie Schraubstollen, diese länglichen Zapfen unter den Fußballschuhen: Sie waren es, die der deutschen Fußball-Nationalelf den entscheidenden Kick gegeben haben. Die dafür gesorgt haben, dass das Team um Helmut Rahn das Endspiel der Weltmeisterschaft 1954 gegen die favorisierten Ungarn gewann.

Das Finale auf dem matschigen Rasen von Bern war eine der Sternstunden in der Adidas-Geschichte; eines der Ereignisse, die das Unternehmen aus Herzogenaurach nach dem Krieg zu einem der führenden Sportkonzerne der Welt aufsteigen ließen. Denn von Firmengründer Adi Dassler stammten die Kickschuhe. Seit jener legendären WM gehören die Marke mit den drei Streifen und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zusammen wie Stiefel und Stollen. Der eine kann nicht ohne den anderen.

Daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Der DFB und Adidas haben den Ausrüstervertrag am Montag bis 2022 verlängert. Allerdings wird es für Adidas deutlich teurer. Bislang haben die Franken jährlich 25 Millionen an den DFB überwiesen. Künftig zahlen sie doppelt so viel, wie der Konzern bestätigte.

„Wir gehören zusammen, weil sowohl der DFB mit seinen Nationalmannschaften als auch wir als globales Sportartikelunternehmen Deutschland hervorragend in der Welt präsentieren“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer in Paris. Der Manager versprach erneut, die Leibchen künftig wieder in Deutschland herzustellen.

DFB-Präsident Reinhard Grindel erklärte, der Verband habe ausgesprochen erfolgreich verhandelt. Grindel: „Wir werden das Geld nutzen, um den DFB und den deutschen Fußball besser zu machen.“ Dabei würde der DFB in den Spitzenfußball genauso investieren wie in die Arbeit an der Basis.

Fußball ist für Adidas von überragender Bedeutung und eine der letzten Bastionen, auf denen das Label noch auf Augenhöhe mit Branchenprimus Nike ist. Dieses Jahr spielen die Franken mit Trikots, Leibchen und Accessoires insgesamt 2,5 Milliarden Euro ein – gut zehn Prozent vom Umsatz und zudem 300 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr. Nur Jogging und Fitness sind noch ähnlich einträgliche Sportarten.

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Lange Verhandlungen

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