EM-Aus für Deutschland
Zurück in die Zukunft

Beeindruckend, dominant, verloren: Gegen unterlegene Franzosen hätte die DFB-Auswahl eigentlich nur ein Tor machen müssen. Und da liegt das Problem. Der Gastgeber feiert – doch auch „Die Mannschaft“ hat Grund zur Freude.

Marseille„Der Stachel sitzt tief“, erklärte Bundestrainer Joachim Löw der versammelten Presse nach dem Aus im EM-Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich. Mit Aufarbeitung wolle er sich noch nicht beschäftigen, mit seiner Vertragslaufzeit, mit der WM in Russland.

Morgen, ja, morgen sei Zeit für eine kurze Analyse. Ein paar Antworten auf die Frage, warum ein über weite Strecken souveränes DFB-Team von der Equipe Tricolore mit 0:2 nach Hause geschickt wurde.

„Wir müssen der Mannschaft keine Vorwürfe machen“, heißt es von Löw. Eine große, tolle Leistung sei es gewesen. Und damit hat der Mann, der seit nunmehr acht Jahren die sportlichen Geschicke der Mannschaft leitet, auch Recht.

Ballbesitzfußball auf Spaniens Spuren

Nach einer anfänglichen Drangphase, in der Frankreich es wie zuletzt die Italiener mit frühem und starkem Pressing versuchte, kippte die Partie völlig zugunsten der DFB-Auswahl. Am Ende hatte die Nationalmannschaft 68 Prozent Ballbesitz, sie hatte doppelt so viele Pässe gespielt wie der Gegner, davon 88 Prozent an den Mann, verzeichnete mehr Torschüsse, mehr gewonnen Zweikämpfe – aber eben keinen einzigen Treffer.

Die Löw-Elf hat sich mit ihrem Ballbesitzfußball auf Spaniens Spuren zum besten Team der Welt gemausert. Allerdings hat sie sich auch das spanischste aller Probleme zu eigen gemacht: Ewig um den Strafraum spielen und den Ball nicht reinbekommen. Das ist die wohl härteste Lehre aus einem, da hat Löw völlig Recht, guten Turnier.

Schon unmittelbar nach dem WM-Triumph 2014 hatte der Bundestrainer als Kernproblem ausgemacht, dass sein Team die Torgefahr vermissen lässt. Und das, obwohl allein in den beiden Spielen gegen Portugal und Brasilien elf Treffer erzielt wurden und in Thomas Müller, Miroslav Klose und Mario Gomez immer ein deutscher Stürmer mindestens zweitbester Angreifer der vergangenen Turniere war.

Im aktuellen Fall ist der offensive Misserfolg vor allem am torlosen Auftritt des sonst so zuverlässigen Müller festzumachen. Ein bisschen Pech, ein bisschen Formkrise.

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