EM-Halbfinale

Schweinsteiger gegen Frankreich in der Startformation

Spielt Bastian Schweinsteiger oder spielt er nicht? Die Frage, über die Fußball-Deutschland vor dem EM-Halbfinale gegen Frankreich rätselte, beantwortete Bundestrainer Löw 24 Stunden vor der Partie mit einem klaren Ja.

Löw: Schweinsteiger in der Startelf

MarseilleBastian Schweinsteiger lachte. Beim Aufwärmen des Weltmeisters trabte der Kapitän voran, kickte ein paar Mal gegen den Ball. Nach zwei Tagen individueller Trainingsarbeit lief der 31-Jährige am Mittwoch in Évian-les Bains wieder mit der Mannschaft auf. Und das in vorderster Front. Das lädierte rechte Knie war dick bandagiert, das linke mit leichten Tapes verziert. Aber: Schweinsteiger trug seine weißen Fußball-Schuhe.

Das wird er auch an diesem Donnerstag im EM-Halbfinale gegen Frankreich tun. „Die Verletzung ist so gut wie auskuriert, er wird auf jeden Fall beginnen“, verkündete Bundestrainer Joachim Löw am Vorabend des Klassikers in Marseille. „Er kann mitmachen, denn er hat keinerlei Beschwerden mehr.“

Der von vielen erneut abgeschriebene Stehaufmann des deutschen Fußballs kann also auch dieses Mal wieder in eine tragenden Rolle schlüpfen. Davon ist zumindest Löw überzeugt. „Gerade in einem Hexenkessel wie hier ist seine Erfahrung enorm viel wert“, sagte der Coach am Mittwochabend.

„Ich hoffe, ich weine Freudentränen“
„Ich hoffe, ihr seht mich am Sonntag Freudentränen weinen“
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Cristiano Ronaldo nach dem 2:0 der Portugiesen gegen Wales und dem Einzug in das Finale der Europameisterschaft.

„Ich wollte einen Elfmeter in einem großen Spiel wie diesem schießen“
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Frankreichs Antoine Griezmann nach dem 2:0 gegen Deutschland. Den ersten der beiden Treffer hatte er per Elfmeter erzielt, nachdem er vor zwei Monaten im Champions-League-Finale einen Strafstoß nicht verwandelt hatte.

„Ich spiele lieber hässlich und bin jetzt noch hier, als schön zu spielen und schon zu Hause zu sein“
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Portugals Defensivspieler Danilo über Kritik am Spielstil der Iberer, die in ihren ersten fünf EM-Spielen kein einziges Mal nach 90 Minuten vorne lagen.

„Höwedes könnte morgens auch ganz alleine den Verkehr auf der A5 stoppen. Beidseitig.“
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Die Frankfurter Polizei sorgte während der Halbfinal-Partie mit einigen lustigen Tweets für Aufsehen. Die Weltklasse-Grätsche des Schalkers gegen Giroud verglichen die Beamten mit dem alltäglichen Verkehr in Hessen.

„Draxler zieht rechts am Gegenspieler vorbei, wird abgedrängt – auf der Autobahn hätte das Punkte gegeben.“
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Die Beamten tippten einen witzigen Spruch nach dem anderen in die Tastatur – hier über Wolfsburgs Julian Draxler. Als Abwehrchef Jerome Boateng verletzt ausschied, hätten sie am liebsten einen ihrer Diensthunde eingewechselt. „Die sind genauso bissig“, hieß es.

„Frankreich hat diese Vorfälle überwunden und seine Lust am Leben bewiesen“
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UEFA-Vizepräsident Angel Maria Villar Llona mit seinem Fazit zur Fußball-EM in Frankreich rund acht Monate nach den Terroranschlägen in Paris.

„Niemand soll sich ausruhen. Wir sind ein gutes Team, aber wir müssen weiter an uns arbeiten. Ich muss die Jungs pushen.“
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Der walisische Nationaltrainer Chris Coleman vor dem Rückflug in die Heimat. Wales hatte völlig überraschend das Halbfinale erreicht und war dort Portugal mit 0:2 unterlegen.

Der Bundestrainer musste knallhart abwägen: Ist sein Kapitän nach dem Viertelfinalfight gegen Italien bereit für den körperlich vielleicht noch intensiveren Abnutzungskampf gegen die physisch so starken Franzosen? Oder hilft der Mannschaft eine Lösung mit den Turnierdebütanten Julian Weigl oder Emre Can doch mehr?

„Spieler, die angeschlagen sind, die nicht 100 Prozent belastbar sind, lasse ich definitiv nicht spielen“, hatte der Bundestrainer seine oberste Maxime verkündet. Aber gleichzeitig hob er auch die exponierte Stellung Schweinsteigers hervor. „Ich wünsche mir und unserer Mannschaft, dass der Bastian es schafft, dass er fit wird. Denn er kann unserer Mannschaft unheimlich viel geben.“

Dass Schweinsteiger gegen Italien nach seiner frühen Einwechslung für den verletzten Sami Khedira in der 16. Minute durchhielt, überraschte. Die am Tag nach dem Spiel bei Schweinsteiger diagnostizierte Außenbandzerrung am in diesem Jahr schon zweimal verletzten rechten Knie sorgte aber für einen kräftigen Stimmungsdämpfer.

Nachdem er an den Vortagen nur leichte Übungen auf dem Fahrrad absolviert hatte, kehrte Schweinsteiger nun rechtzeitig auf den Trainingsplatz zurück. Löws Miene hat sich daher wieder aufgehellt. „Er hat gezeigt, dass er die Physis hat, von Anfang an zu spielen. Und wenn die Kräfte nicht reichen sollten, haben wir viele Optionen“, sagte der Bundestrainer.

Obwohl der geschundene Körper des Mittelfeldstrategen überdeutlich die Spuren von mehr als einem Jahrzehnt Profifußball auf allerhöchstem Niveau zeigt, sind seine Comeback-Qualitäten bewundernswert. Der England-Legionär von Manchester United kann beißen und sich quälen wie kaum ein anderer.

Schon bei der WM vor zwei Jahren in Brasilien, als er nach Verletzung eine Punktlandung hinlegte, avancierte der blutverschmierte Schweinsteiger zu einem Helden des triumphalen Finales von Rio de Janeiro. Eine neue Hauptrolle an diesem Donnerstag (21.00 Uhr/ZDF) gegen Frankreich würde in das Bild der großen Karriere passen.

  • dpa
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