EM-Start und Public Viewing
Wie sicher ist unser Fußball-Sommer?

Tausende Deutsche freuen sich auf die Public-Viewing-Partys zur Fußball-Europameisterschaft. Doch die Sorge vor terroristischen Anschlägen rund um die EM ist groß. Was Sicherheitsexperten planen.
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BerlinDie Fußball-EM in Frankreich steht in diesen Tagen wie keine andere Großveranstaltung im Fokus. Auch wenn es keine konkreten Hinweise auf Anschlagspläne gibt, ist die Sorge groß, dass IS-Terroristen rund um das Turnier zuschlagen könnten. „Wenn am 10. Juni die Europameisterschaft beginnt, dann haben wir alles getan, um das höchstmögliche Sicherheitsniveau zu erreichen“, versicherte denn auch schon vor einigen Wochen der Präsident des EM-Organisationskomitees, Jacques Lambert.

Zum Schutz der EM-Besucher hat Lambert ein umfassendes, mehrstufiges Sicherheitskonzept erarbeitet. Zwei Sicherheitsringe um die Stadien sollen verhindern, dass Unbefugte bis in die Stadien vordringen können. Neben den üblichen Ticketkontrollen finden auch „gründliche“ Personenkontrollen mit dem Abtasten jedes einzelnen Zuschauers statt. „An den wichtigsten Stellen gibt es zusätzlich Sicherheitsschleusen wie am Flughafen“, sagte Lambert kürzlich der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Solche Sicherheitsschleusen könnten auch in Deutschland zum Einsatz kommen. Politiker fürchten parteiübergreifend, dass hierzulande während der EM besonders öffentliche Übertragungsorte, sogenannte Public-Viewing-Veranstaltungen, in den Fokus von Terroristen rücken könnten – und fordern entsprechende Konsequenzen. „Eine mögliche Antwort hierauf wären Sicherheitsschleusen, an denen bereits frühzeitig verdächtige Gegenstände abgefangen werden können“, sagte der FDP-Bundesvize Wolfgang Kubicki dem Handelsblatt. Absolute Sicherheit gebe es aber nicht. „Das Ziel sollte aber bleiben, dass die Sicherheitsbehörden den Terroristen immer einen Schritt voraus denken.“

Ähnlich äußerte sich der Großstadtbeauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Kai Wegner. „Aufgrund der Bedrohungslage brauchen wir beim Public Viewing erhöhte Sicherheitsmaßnahmen wie zum Beispiel verschärfte Einlasskontrollen. Denkbar wären Sicherheitsschleusen“, sagte Wegner, der auch Generalsekretär der Berliner CDU ist. Über eine solche Maßnahme müssten aber die Sicherheitsbehörden entscheiden.

Der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka vertraut auf die Arbeit der einschlägigen Experten. „Dass unsere Polizei- und Sicherheitsbehörden alles Notwendige tun werden, das heißt auch den Einsatz von Körperscannern zu prüfen, ist angesichts der Bedrohungslage eine Selbstverständlichkeit“, sagte Lischka. Dazu brauche es aber „keiner klugen Ratschläge des selbsternannten Sicherheitsexperten Wolfgang Kubicki“.

Auch die Grünen plädierten für einen besonderen Schutz öffentlicher EM-Übertragungsorte. Sicherheitsschleusen gebe es ja bereits bei vielen Veranstaltungen. „Die Sicherheitsbehörden sollten diese Kontrollen, dort wo das möglich und verhältnismäßig ist, durchführen“, sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz dem Handelsblatt. 

Kommentare zu " EM-Start und Public Viewing: Wie sicher ist unser Fußball-Sommer?"

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  • Herr Thomas Ungläubig, da könnten Sie recht haben!

  • Ich mache mir keine großen Sorgen um Terroranschläge in Europa, vor allem nicht in Deutschland.

    Mit Jogy´s Trümmertruppe werden wir diesmal ohnehin nicht weit kommen.

    Das, was wir momentan täglich von der "Mannschaft" hören und sehen ist eine Flickschusterei ohne Gleichen ...

  • Jedes Fest, Veranstaltung, Stadion, Zirkus, Jahrmarkt, Weihnachtsmarkt, U-Bahn, Flughafen, Bahnhof, Park und Schwimmbad kann heutzutage nicht mehr so unbefangen besucht werden, wie wir es einmal kannten.

    Die Zerstörung kommt nich außen, sie kommt diesmal von innen. Und gegen soetwas ist man meist machtlos.

    Übrigens, zu dem geplanten Familiennachzug der "Schutzbedürftigen":

    Wie wird die Verwandtschaft nachgewiesen?
    Gibt's da Blut- und Gentests oder reichen wieder im industriellen Ausmaß gefälschte Papiere?

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