Olympia in Rio
Berliner Sportbund-Präsident fordert Ausschluss Russlands

Nach den Krawallen bei der EM wird darüber diskutiert, ob Russland ein geeigneter WM-Gastgeber ist. Der Präsident des Landessportbundes Berlin ist gegen den Entzug des Zuschlags. Er fordert ganz andere Konsequenzen.

BerlinDer Präsident des Landessportbundes Berlin, Klaus Böger, lehnt es ab, angesichts der Gewaltexzesse russischer Hooligans während der Fußball-EM, Russland notfalls den Zuschlag für die Ausrichtung der Weltmeisterschaft 2018 zu entziehen. „Im Gegensatz dazu bin ich ganz klar dafür, dass Russland wegen systematischen Dopings von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen wird“, sagte Böger dem Handelsblatt.

Die Ausschreitungen vor dem EM-Spiel England gegen Russland bezeichnete Böger gleichwohl als schlimm. Die Entscheidung der Uefa, im Wiederholungsfall die russische Mannschaft sofort aus dem Turnier auszuschließen, sei richtig. „Aber ich halte es für unangemessen, Russland die Ausrichtung der WM 2018 zu entziehen“, betonte der Sportbund-Präsident. „Ich habe im Fernsehen auch Neonazis und Hooligans aus anderen Ländern gesehen, das ist ein Problem des gesamten Fußballs“, sagte Böger.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass die Entscheidung über ein Startrecht russischer Leichtathleten bei den Rio-Spielen in der Hand des Weltverbandes IAAF liege. Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF wird am 17. Juni über einen Ausschluss der Leichtathleten Russlands von den Olympischen Spielen entscheiden.

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
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