Saar-Innenminister Bouillon
Sicherheitsschleusen gegen Angst vor EM-Anschlägen

Die EM-Fans könnten auch beim Public Viewing darauf vertrauen, dass ihnen ein Höchstmaß an Sicherheit geboten werde, verspricht der Bundesinnenminister. Sein Ressort-Kollege aus dem Saarland weiß, wie das gelingen kann.

BerlinDer Vorsitzende der Innenministerkonferenz der Länder, Klaus Bouillon, hat sich für den Einsatz von Sicherheitsschleusen bei Public-Viewing-Veranstaltungen während der Fußball-Europameisterschaft ausgesprochen. Der CDU-Politiker begründete dies mit der „anhaltend latent hohen Gefahr eines terroristischen Anschlags in Europa und somit auch in Deutschland“.

Seitens der Polizei werde es daher „als erforderlich angesehen, sowohl die Veranstalter als auch die Mitarbeiter der Sicherheits- und Ordnungsdienste der Public-Viewing-Veranstaltungen im Rahmen von gemeinsamen Sicherheitsbesprechungen zu sensibilisieren und anzuhalten, diese Kontrollen besonders gründlich durchzuführen“, sagte Bouillon dem Handelsblatt.

Der Innenminister wies auf die guten Erfahrungen mit dieser Sicherheitsmaßnahme hin. „Seit dem Beginn von öffentlichen Liveübertragungen von Sportereignissen auf Videowänden anlässlich der Fußballweltmeisterschaft 2006 hat sich die Einrichtung sogenannter Sicherheitsschleusen an Eingängen zu Public-Viewing-Veranstaltungen bewährt“, sagte er. „Aufgrund sorgfältig durchgeführter Personenkontrollen sollten somit so gut wie keine gefährlichen Gegenstände auf das Veranstaltungsgelände gelangen, was meist entscheidend zu einem friedlichen Verlauf der Veranstaltung beiträgt.“

Im Saarland befinden sich nach Angaben von Bouillon an den Eingängen zu Public-Viewing-Veranstaltungen „je nach Zuschaueraufkommen entsprechende Vereinzelungsanlagen, um die Besucher zu kanalisieren und so eine Personenkontrolle jedes einzelnen zu gewährleisten“. Der Sicherheits- und Ordnungsdienst führe die Zugangskontrollen durch und versuche sicherzustellen, dass Besucher keine gefährlichen Gegenstände wie zum Beispiel Waffen, Gassprühdosen, Flaschen, pyrotechnische Gegenstände mit sich führen, erläuterte der Minister.

Das Turnier geht am heutigen Freitag in Frankreich an den Start. Bis 10. Juli werden in zehn Stadien 51 Partien gespielt. Die Angst vor Terrorattacken wirkt sich indessen auch auf die Partykultur der Fußball-Fans in Deutschland zur EM aus. Knapp ein Drittel (30 Prozent) der an Fußball interessierten Erwachsenen wird aus Furcht vor Anschlägen öffentliche Plätze meiden und die Spiele nicht auf Großleinwänden verfolgen.

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