Aus im Viertelfinale gegen Japan
Der deutsche WM-Traum ist beendet

In Wolfsburg verlor die DFB-Auswahl gegen Japan - was übrig bleibt sind fassungslose Spielerinnen und eine große Leere.
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WolfsburgZehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit hielt es Silvia Neid nicht mehr aus. Die Bundestrainerin suchte sich ein Plätzchen am äußersten Rand ihrer Coaching Zone und stellte sich knapp einen Meter von der Spielfeldbegrenzung auf, fast wie eine zwölfte Spielerin. Zusammengekniffene Lippen, verschränkte Arme – Silvia Neid litt.

Die Bundestrainerin sah es kommen, eine knappe halbe Stunde später trat es ein: Der deutsche Traum von der Titelverteidigung im eigenen Land ist aus, ein Land wacht mit Fußballkater auf. Gegen ein taktisch geschicktes und defensiv kompaktes Team aus Japan fand die DFB-Auswahl nie richtig ins Spiel und verlor am Ende noch nicht einmal unverdient mit 0:1 nach Verlängerung.

Deutschland begann vor 26.067 Zuschauern im ausverkauften Wolfsburger WM-Stadion gewohnt offensiv und spielfreudig. Bereits nach vier Minuten hatte Kim Kulig die Führung auf dem Kopf, bekam den Ball nach einer Ecke aber nicht mehr richtig gedrückt. Richtig bitter war dagegen, dass sich die Neu-Frankfurterin bei dieser Aktion auch verletzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Für Kulig kam Rechtsverteidigerin Bianca Schmidt, Linda Bresonik rutschte ins Mittelfeld.

Von den Japanerinnen war in der Offensive erst einmal nichts zu sehen, die DFB-Elf machte das Spiel und kam zu Chancen: Kerstin Garefrekes‘ Flanke nach einer guten Einzelleistung fand keinen Abnehmer (9.), eine scharfe Freistoßflanke von Melanie Behringer wurde von Saki Kumagai am langen Pfosten geklärt.

Erst in der 15. Minute durfte dann auch Deutschlands Torfrau Nadine Angerer ihre Präsenz auf dem Platz beweisen, der Fernschuss von Mizuho Sakaguchi stellte die Frankfurterin allerdings vor kein Problem. Auf der Gegenseite strich ein Versuch von Célia Okoyino da Mbabi deutlich vorbei (20.). Die beste Chance der ersten halben Stunde hatte Kerstin Garefrekes, die den Ball nach einem weiten Freistoß von Behringer im Fünf-Meter-Raum nicht kontrollieren konnte.

Nach 30 Minuten kamen die Asiatinnen besser ins Spiel. Zunächst wurde ein Schuss von Shinobu Ohno gerade noch von Bianca Schmidt geblockt, Sekunden später scheiterte Yuki Nagasato aus spitzem Winkel.

Das Spiel wurde trotz vieler technischer Fehler auf beiden Seiten deutlich lebhafter, im Gegenzug verzog zunächst Behringer knapp, dann bekam Okoyino da Mbabi einen Pass nicht unter Kontrolle – die Bad Neuenahrerin wäre durch gewesen. Kurz vor der Pause scheiterte Inka Grings aus 20 Metern mit einer Direktabnahme deutlich.

Die Deutschen waren wie schon in der ersten Halbzeit auch nach der Pause schnell wieder im  Spiel. Keine zwei Minuten nach Wiederbeginn kam Inka Grings relativ unbedrängt zum Kopfball – die 1,69 Meter der Stürmerin reichten allerdings nicht, um den Ball gefährlich in Richtung Ayumi Kaihori zu bringen.

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Der Schock in der Verlängerung

Kommentare zu " Aus im Viertelfinale gegen Japan: Der deutsche WM-Traum ist beendet"

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  • Fussballfrauen haben schon freiwillig gezeigt, wo sie hingehören : auf das Cover des Playboys.
    Gewöhnlich rennen 11 Idioten einem Ball hinterher und verdienen dabei Millionen. Moderne Frau sein, sollte heissen, jeden Schwachsinn des anderen Geschlechts nachzuäffen? Vielleicht ist das ja wirklich die Definition von Gleichberechtigung. Elf Idiotinnen rennen...

    @ Bravo! Eine schöne Idee die Weltmeisterschaft im Wetthäkeln für Männer. Sehr konzeptuell und bestimmt amüsanter.

    @ Oelblase : das heisst Japaner, nicht Japsen

  • Jetzt wo der Titel-Traum unserer Mädchen im Fußball geplatzt ist steht ab morgen wieder der Euro-Alptraum auf dem Programm. Frei nach der Devise "Und täglich grüßt das Murmeltier". Unser Mädchen im Kanzleramt wird bestimmt unser Bestes (unsere Steuermilliarden und Renten) zu geben wissen, um die Bankster zu retten. Der nächste Gegner heißt übrigens Italien.

  • Fußball ist ein Manschaftssport und davon war bei den Deutschen leider wenig zu sehen, zu viele Einzelaktionen, dadurch immer wieder Ballverluste.
    Mein Urteil: Der Sieg der Japanerinnen geht völlig in Ordnung.

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