Fußball-WM
Aufatmen nach dem ersten Sieg

Nach dem Auftaktsieg gegen Kanada ist im deutschen Team allerorten die Erleichterung über den gelungenen WM-Start zu spüren. Nicht nur der Bundestrainerin ist klar: Es ist noch nicht alles Gold, was im Lichte der Euphorie und der tollen Stimmung zum Turnierauftakt in Berlin glänzte. Aber die Partie erbrachte auch wertvolle Erkenntnisse für den weiteren Turnierverlauf.
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Berlin„Was für ein verrücktes Spiel.“ Als Silvia Neid erleichtert um Tonnen von Gestein, das ihr vom Herzen gefallen sein dürfte, nach dem 2:1-Auftaktsieg gegen Kanada in den Katakomben den Medienvertretern Rede und Antwort stand, brachte sie schnell auf den Punkt, was zuvor fast 74.000 im ausverkauften Olympiastadion von Berlin mit Begeisterung gesehen hatten. Und die Bundestrainerin schob gleich nach, was sie zu dieser Bewertung brachte: „In der ersten Hälfte haben wir nicht gut gespielt, aber zwei Tore gemacht - in Halbzeit zwei dann hervorragend gespielt, aber keine Treffer mehr erzielt.“

Und das drohte dann in der Schlussphase nach dem Anschlusstor per Freistoß durch Christin Sinclair (82.) ganz bitter bestraft zu werden, wusste auch Neid: „Mit dem Gegentor wurde es dann nochmal knapp und es hätte 2:2 ausgehen können.“ Ging es aber nicht. Und es wäre dem engagierten, vor allem in Phasen der zweiten Halbzeit begeisternden Spiel der deutschen Mannschaft auch nicht gerecht geworden: 21 zu sechs Torschüsse zugunsten der DFB-Auswahl sprechen eine deutliche Sprache.

Nur leider passte sich das Ergebnis dieser Deutlichkeit nicht an, so dass am Ende das große Zittern begann.  Doch was heißt im Fußball schon gerecht – es gewinnt, wer ein Tor mehr schießt als der Gegner, egal, wie viel mehr oder weniger Chancen sich während des Spiels dazu geboten haben. Und so resümierte auch die deutsche Übungsleiterin: „Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen und die drei Punkte haben.“

Die Basis dafür wurde in der ersten Halbzeit gelegt – in der Phase also, mit der Neid eigentlich gar nicht zufrieden war „Wir sollten so nicht spielen, haben nicht kombiniert, zu viele lange Bälle gespielt, mussten zu viele Lücken überbrücken, zu weite Wege gehen zu oft hinterher laufen und haben zu viele neutrale Bälle gespielt“, analysierte sie ausführlich. Dass die deutschen Damen da ihre stärkste Phase ausgerechnet dann hatten, als Alexandra Popp Birgit Prinz ersetzt hatte und bevor Inka Grings für Celia Da Mbabi auf den Platz kam, bringt Neid fast ein wenig in Erklärungsnot. Dass Da Mbabi für Grings ins Team rutschte, war eine der Überraschungen im Vorfeld. Die Maßnahme griff, trotz des etwas zerfahrenen Spiels in den ersten 45 Minuten, die Stürmerin traf eiskalt. Dafür gab es sogar Sonderlob der Trainerin.

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