Jubiläum im DFB-Tor
„Natze“ Angerer macht die 100 voll

Als 17-Jährige machte Nadine Angerer 1996 ihr erstes Länderspiel. Gegen Nigeria steht nun Nummer 100 an. Die Keeperin selbst sieht ihr Jubiläum gelassen - und offenbart überraschende Pläne für die Zeit nach der Karriere.
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FrankfurtUnumstritten, unerschrocken, unangepasst - die deutsche Torhüterin Nadine Angerer ist in jeder Hinsicht ein außergewöhnlicher Typ. Dass sie am Donnerstag im zweiten WM-Gruppenspiel gegen Nigeria zum 100. Mal das DFB-Trikot trägt, ist für sie nicht einmal etwas so Besonderes. „Ich habe es genau berechnet. Perfekter wäre es natürlich beim Eröffnungsspiel gewesen“, sagte Angerer am Dienstag voller Ironie. Doch die Vorfreude auf die Partie war echt: „Jetzt ist das Hundertste hier in Frankfurt. Insofern freue ich mich.“

Mit brauner Schieber-Mütze zum hellblauen Trainingsanzug präsentierte sich die Keeperin einen Tag nach dem Umzug von Berlin nach Frankfurt gewohnt lässig, schlagfertig und gut gelaunt. Doch mit Zahlenspielen kann sie nicht viel anfangen. Noch vor einigen Tagen war ihr nicht einmal klar, dass ihre Jubiläumspartie ansteht. „Das wusste ich gar nicht, schön. Aber das hat keine größere Bedeutung.“

Dabei kann Angerer durchaus stolz sein, in den erlauchten „Club der Hunderter“ einzutreten, der von Rekordnationalspielerin Birgit Prinz (213 Länderspiele) angeführt wird. Die zweimalige Weltmeisterin ist die 16. DFB-Akteurin, die die Marke von 100 Einsätzen erreicht.

Am 27. August 1996 beim 3:0 gegen die Niederlande in Lichtenvoorde feierte Angerer ihr Länderspiel-Debüt, 98 weitere Partien folgten. Ihre bisherige Bilanz: 70 Siege, elf Unentschieden und 18 Niederlagen. Ganze 61 Gegentore musste sie hinnehmen, 0,6 im Schnitt. „Sie ist absolute Weltklasse“, lobte Bundestrainerin Silvia Neid ihre unumstrittene Nummer eins und sagte schon vor dem Turnierstart: „Wenn sie bei der WM ausfällt, haben wir ein Problem.“

Angerer hätte sicher schon rund 200 Länderspiele absolviert, wenn sie nicht rund zehn Jahre lang hinter der lange gesetzten Silke Rottenberg in der Warteschleife gewesen wäre. Erst bei der WM 2007 kam die Wachablösung. Und Angerer rechtfertigte das Vertrauen, hielt ihren Kasten in allen sechs WM-Spielen in China sauber.

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