Nach dem Sieg gegen Frankreich
Silvia Neids geheime Botschaften

Vieles war gut bei diesem 4:2-Sieg der DFB-Frauen gegen Frankreich, das fand auch Bundestrainerin Silvia Neid. Und selbst das Thema Birgit Prinz war eigentlich keins mehr. Doch da waren diese Untertöne.
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MönchengladbachWenn Silvia Neid zur Presse spricht, dann sind die Anwesenden gut damit beraten, genau hinzuhören. Nicht nur, dass die Bundestrainerin jeden wissen lässt, dass sie es nicht mag, sich wiederholen zu müssen. Es sind vielmehr nicht selten in den Raum geworfene Satzbrocken, die mehr verraten, als die mal mehr, mal weniger glatt geschliffenen Aussagen herum.

Am Dienstagabend war Neid in bester Laune, schließlich hatte ihr Team gerade gegen Frankreich die bisher ansprechendste Turnierleistung gezeigt. Mit 4:2 wurde der zum Geheimfavoriten hochstilisierte Gegner auf Rang zwei der Gruppe A verwiesen, Fazit: „Das war Fußball.“ Ohne Birgit Prinz, das Team im Vergleich zu den vorigen Spielen auf vier Positionen verändert - und die Änderungen funktionierten. Da konnte sich die Bundestrainerin sich eine Aura der Erhabenheit nicht verkneifen.

Zunächst überließ sie die Bühne aber Inka Grings, von der Fifa zum „Player of the Match“ gewählt. Die Stürmerin, im Spiel mit zwei Toren, hatte es eilig, wieder in die Kabine zu kommen. „Es ist sicherlich ein schönes Gefühl, in die Mannschaft zu kommen“, beschrieb die Torjägerin ihre Emotionen. „Wir hatten uns viel vorgenommen, wir wussten ja, das Frankreich stark sein würde“, erklärte Grings weiter. Von einem wunderschönen Spiel sprach sie und eilte dann zu ihren Mitspielerinnen – auch zu Birgit Prinz, die sie mehr als würdig vertreten hatte.

Erstaunlich lange kam Silvia Neid dann um diesen Punkt herum. Da es am Sturm nichts zu bemängeln gab, bohrten die Fragen in Richtung der Abwehr. Die stand eigentlich 90 Minuten lang äußerst anständig, die Gegentreffer nach Standards waren daher umso ärgerlicher. Neids Erwiderung auf die Feststellung, dass die Defensive die Problemzone gewesen sei, fiel entsprechend spitz aus: „Finden Sie? Ich fand die Defensive richtig gut. Die Offensive auch. Bei den Standards standen wir nicht gut“, und dann folgte einer der besagten Satzbrocken, „das war schlecht geblockt von der Position sechs.“

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  • Keiner zwingt Sie das anzuschauen -- und ich hoffe das Ihre täglichen Leistungen nicht auch ständig an den besseren Leistungen anderer gemessen werden.

  • Es wird Zeit das die Bundesliga wieder losgeht!

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