Anstoß – die WM-Kolumne
Der Beginn einer neuen Zeitrechnung

Die WM 2011 in Deutschland und der 2:1-Auftaktsieg der DFB-Auswahl gegen Kanada haben es geschafft: Ich bin angekommen im Frauenfußball. Und habe viel Spaß dabei.
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Es ist 1:26 Uhr am frühen Montagmorgen und ich starre aus dem Zugfenster auf die vereinzelt vorbeihuschenden Lichter Magdeburgs. Der ICE ist voll bis auf den letzten Platz, es ist stickig und ich bin seit 8 Uhr morgens unterwegs. Zuhause werde ich irgendwann gegen sechs sein. Und statt zu schlafen hämmere ich auf die Tasten eines Netbooks mit ungesund kleiner Bildschirmgröße ein und verfluche die UMTS-Verbindung. Warum ich das tue? Wegen Frauenfußball.

Hätte ich vor einem Jahr eine Wette angenommen, dass ich genau das einmal tue? Mit Sicherheit nicht.

Genauso hätte ich wahrscheinlich geleugnet (egal, ob ein Hahn nun drei Mal kräht oder nicht, bis zum Morgengrauen ist es jedenfalls nicht mehr weit), dass ich mich über ein knappes 2:1 im Eröffnungsspiel der Frauen-WM ernsthaft freuen könnte. "Nur 2:1? Das können die aber besser", höre ich mich sagen.

Können sie auch, aber darum geht es nur indirekt. Worum es geht, ist, dass ich Frauenfußball das erste Mal richtig ernst nehme - obwohl ich immer dachte, ich täte es bereits. Meine Mutter spielte leidenschaftlich auf dem Schulhof, obwohl damals bestenfalls ungerne gesehen. Vereine? Nationalmannschaft? Um Himmels Willen.

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  • Zu viel Aufsehens von medialer Seite. "Man(n)" möchte die Öffentlichkeit Glaubens machen, dass die Euphorie die selbige sei, wie bei einer Männer-WM. Meine Kids wollen weder Panini-Bilder, noch Trikots von den Mädels. Autokorsos wird es wohl auch kaum geben. Alles scheint verzwungen und aufgesetzt. Tradition und Heldenmythos anno Bern 54 gibt es aber nunmal nur bei den Herren der Schöpfung! Auch wenn das in Deutschland zwanghaft forcierte, schon abstruse Gendering es gerne anderst darstellen möchte!

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